Lebenskunst

01. März 2020 L 0

Lebenskunst (hedonism), ein altes, heute beinahe vergessenes Thema der Philosophie; die Möglichkeit und Anstrengung zu einer sinnvollen Lebensführung. Dazu gehört persönliche Gestaltungsfähigkeit der eigenen Lebensumstände. Man nimmt sein Leben in die eigenen Hände und „lässt sich nicht hängen“, was als eine ständige Herausforderung an die Persönlichkeit zu verstehen ist.

Um Sport im Kontext der Lebensführung sinnvoll betreiben zu können wird empfohlen, mit dem Sport die Gegenwart zu füllen, Gewohnheiten zu pflegen, Differenzen zu erfahren, Ambivalenz (verschiedenartige Wirkrichtungen) zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen (Balz & Kuhlmann, 2006). Hier wird die ganze Bandbreite erzieherischen Einflusses durch Sport ersichtlich, der so als ein Stück Lebenskunst verstanden wird.

Exkurs: „Es wird zwischenzeitlich wieder viel gesprochen über gutes Leben, gelingendes Leben. Das ist bereits der antiken Philosophie geschuldet.(..) Gutes Leben, das fällt in den engeren Bezirk der Ethik, geht es also um die Frage, was man in moralischer Hinsicht tun soll. Nun haben allerdings nicht alle unserer Lebensprobleme mit moralischen Dingen zu tun, sondern ganz im Gegenteil, moralische Fragen sind eher die Ausnahme. Der Alltag wird von anderen Dingen belegt. Und mit diesen anderen Dingen können wir vielleicht besser agieren, wenn wir uns wieder stärker ein ästhetisches Denken vergegenwärtigen. Das hat mit schönem Leben zu tun, sich also die Frage zu stellen, was könnte ein schönes Leben für mich sein, nicht nur ein moralisch gutes.(..) Wie kann ich ein Leben führen, das mich auch halbwegs zufrieden stellt? Ein Leben, so möchte ich das definieren, das ich bejahenswert finde.“ (Schmid, W.: Ein schönes Leben? Einführung in die Lebenskunst. Suhrkamp 2017)

„Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens. Das fängt beim Reden an und endet beim Dekolleté.“ Coco Chanel (1883-1971) frz. Modedesignerin


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