Ambivalenz

16. März 2017 A 0

Ambivalenz (ambivalence), lat. ambo „beide“ und valere „gelten“; Doppelwertigkeit von Sachen und Menschen; in der Psychologie das Nebeneinanderstehen gegensätzlicher Gefühle (→Emotionen), z.B. gleichzeitige Zu- und Abneigung gegenüber einer Person („Hassliebe“). Obwohl ambivalentes Verhalten häufiger bei Neurotikern (→Neurose) auftritt, sind gegensätzliche Gefühle normal. Man muss sie nur aushalten. Als Adjektiv steht ambivalent für Mehrdeutigkeit, Vielfältigkeit oder Doppelwertigkeit.

Mit der Einführung des mehrperspektivischen Sportunterrichts wird befürchtet, dass neben pädagogisch wünschenswerten Wirkungen sportlicher Aktivität auch pädagogisch unerwünschte Wirkungen auftreten können (Neumann 2013). Im Leistungssport bietet das Sportler- Trainer – Verhältnis einen Nährboden für Ambivalenz. So z.B., wenn der Sportler zwar im Trainer seinen Wegbereiter sieht, ihm aber für den (methodischen) Weg das Verständnis fehlt und er dadurch den Trainer als „Aufseher“ oder „Tyrann“ empfindet. Der sich im Grenzbereich menschlicher Leistungsfähigkeit bewegende Leistungssport bietet einen Nährboden weiterer ambivalenter Gefühle, z.B. zwischen Gesundheit als Leistungsvoraussetzung und gesundheitlichen Risiken in Training und Wettkampf, zwischen Siegeswillen(pflicht) und Ächtung von Dopingmitteln usw.


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