Sportunterricht

21. Juli 2017 S 0

Sportunterricht (physical education), verbindliches Unterrichtsfach an den Schulen und Teil des Schulsports mit 2-4 Unterrichtsstunden (a 45 min) pro Woche. Der Sportunterricht ist Bestandteil des pädagogischen Auftrages der Schule und an die Lehrpläne der Kultusministerien gebunden. Entsprechend der Schulstufen sind die Aufgaben des Sportunterrichts gefächert, so steht in der Primarstufe der Grundschule eine breit angelegte, nicht auf Sportarten fixierte, spielerisch orientierte, bewegungsbezogene Auseinandersetzung mit vielfältigen Bewegungsaufgaben im Vordergrund (→Bewegungserziehung). In der Sekundarstufe geht es um eine Orientierung hinsichtlich der vielfältigen Formen des Sports, der Sportarten und anderer kultureller Bewegungspraxen (z.B. Akrobatik). In der Sekundarstufe II können die Schüler in Grundkursen aus verschiedenen Sport- und Bewegungsbereichen wählen (Laging in Röthig & Prohl, 2003). Der Lehrplan ist im Schuljahr 2006/2007 reformiert worden und lässt den Lehrenden mehr Spielraum. Man unterteilt nicht mehr in Disziplinen, man unterteilt in Lern- und Erfahrungsfelder.

In der Praxis werden nur zwei Drittel des geplanten Sportunterrichts erteilt, nur 80% der Sportlehrer sind ausreichend qualifiziert, teilweise wird bis zu zwei Drittel des Unterrichts fachfremd erteilt, junge Lehrer sind unterdurchschnittlich vertreten (Brettschneider, 2004). Die Sprint-Studie stellte zudem gravierende Mängel und Problemzonen im Schulsport fest (aus SPRINT-Studie, 2006):

  • die im Lehrplan festgelegte Empfehlung von mindestens 3 Wochenstunden Schulsport wird nicht durchgehend realisiert
  • zudem sind die Ausfallquoten enorm hoch – jede 4. Unterrichtsstunde Sport fällt aus!
  • Bundesweit werden zudem 50% des Sportunterrichts von Lehrern ohne Sportausbildung unterrichtet.
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind weitestgehend unbekannt und werden nur halbherzig umgesetzt.
  • Hinzu kommen räumliche Probleme (mangelnde Möglichkeiten, zu wenig Platz durch Abtrennung in Mehrfachhallen) und die oftmals unzumutbare Größe der zu unterrichtenden Gruppen.
  • Zusätzlich sind die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch mit potenziellen Partnern des Schulsports noch wenig entwickelt. Hier wäre beispielsweise eine engere Kooperation mit lokalen Sportvereinen eine für alle Parteien gewinnbringende Möglichkeit.

Fast jeder vierten Schule in Deutschland steht weder ein Schwimmer- noch ein Lehrschwimmbecken zur Verfügung, so dass es möglich ist, dass ein Schüler kein einziges Mal in seinem Schulleben Schwimmunterricht erhält. Damit ist der Sportunterricht zumeist nicht die erhoffte Stütze und Ergänzung zum Training des jungen Schwimmers. (SPRINT-Studie, 2006)

 

„Sport ist nicht das wichtigste Fach in der Schule, aber das einzige, wo man sich bewegt“ (http://www.abipur.de/referate/stat/648396730.html)

 


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