Begriff: Sportunfall
Sportunfall
Sportunfall (sport accident), Ereignis, das beim Sporttreiben durch plötzlich von außen einwirkende Gewalt zu Verletzungen führt. Neben dem klassischen Sportunfall gibt es zusätzlich noch den erweiterten Unfallbegriff. Das sind einem Unfall gleichgestellte Ereignisse, die aus einer eigenen erhöhten Kraftanstrengung heraus resultieren, wie beispielsweise: Verrenkungen an Wirbelsäule und anderen Gelenken durch hektische Bewegungen oder gezerrte oder gerissene Muskeln, Bänder und Sehnen durch zu viel Gewichte (https://www.arag.de/vereinsversicherung/sportunfall/ – Zugriff 22.04.26).
Zu den häufigsten Verletzungen im Sport nach einem Unfall zählen Prellungen und Verstauchungen, gefolgt von Knochenbrüchen. Auch Verrenkungen und Verletzungen an Muskeln oder Sehnen sind während eines Trainings oder Wettkampfs keine Seltenheit. In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 2 Mio. Sportverletzungen. Diese verteilen sich zu etwa gleichen Teilen auf den Vereinssport, den Schulsport und den sonstigen oder frei organisierten Sport (Henke et al.https://www.researchgate.net/publication/281743401_Sportverletzungen_in_Deutschland -Zugriff 22.04.26).
Beim Freizeitsportler sind diese Schäden nicht mehr durch die Versicherungen abgesichert, anders beim organisierten Sport, wo Sportler und Trainer über die Landesverbände u.a. auch unfallversichert sind. 0,3 % der Gesamtkosten im Gesundheitswesen gehen auf Sportunfälle zurück. 5 % aller Sporttreibenden verletzen sich so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. 53 % davon sind dem Vereinssport, 47 % dem nicht organisierten Sport zuzuordnen. Bei den verletzten Körperregionen führen Verletzungen des Sprunggelenks (27 %), vor Knie (18 %), Kopf (13 %) und Hand (11 %). (Statistik von Uni Bochum und ARAG). Bei Zunahme der Extremsportarten ist zu beachten, dass Extremsportarten nicht immer automatisch versichert sind.
Unfälle beim Schwimmtraining sind zu trennen von den zahlreichen Badeunfällen (allein in BRD 2003 644 mit tödlichem Ausgang). „Im Freiwasserschwimmen gibt es immer mal Verletzungen an scharfen Kanten, wie beispielsweise an Riffen und Steinen. Es können auch Verletzungen durch Quallen entstehen. Da die Schwimmer auch immer in einem gemeinsamen Feld schwimmen, sind Rangeleien an der Tagesordnung, so dass auch mal kleinere Platzwunden oder ein blaues Auge auftreten können“ (Beck, Mannschaftsarzt DSV Freiwasserschwimmen). Bei der Unfallhäufigkeit wird Schwimmen nicht unter den ersten 10 Sportarten genannt. Dabei ist aber nicht nachvollziehbar, ob ein Schwimmer, der sich beim Fußball verletzt, als Schwimmer oder als Fußballer in die Statistik eingeht. →Aufsichtspflicht
Mehr zum Thema: Lob et al. (2008). Prävention von Verletzungen. Risiken erkennen, Strategien entwickeln – eine ärztliche Aufgabe. Stuttgart, New York Schattauer Verlagsgesellschaft mbH
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