Pädagogik
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Egoismus
Egoismus (egoism), lat. ego „ich“; Verhalten und Standpunkt, bei dem das „Ich“ im Vordergrund steht (→egozentrisch). Egoismus ist zumeist negativ besetzt (→Geltungsstreben, Selbstsucht, Eigenliebe). Dem entgegen wird in der Psychologie auch der „gesunde Egoismus“ im Sinne von Selbstverwirklichung beschrieben, besonders wenn die Bedürfnisse anderer Menschen in das eigene Handeln einbezogen werden. Gegenstück: →Altruismus, Leistungssport verlockt,…
Ehrenkodex (der Trainer)
Ehrenkodex (der Trainer) (code of ethics), vom Deutschen Sportbund (DSB) 1997 verabschiedetes Standesethos der Trainer im deutschen Sport mit normen- und wertbegründeten Orientierungen für die Gesinnung und das Handeln im Bereich des Trainings und Wettkampfes. „Diese Orientierungen sind im Grundsatz an einem „humanen Leistungssport" sowie am Wohl von Kindern und Jugendlichen, an der „mündigen Athletin"…
Ehrgeiz
Ehrgeiz (ambition), in Pädagogik und Psychologie die Motivation, ein Ziel zu erreichen (Zielstrebigkeit), unabdingbare Voraussetzung zum Erreichen hoher Leistungen, wobei die Hintergründe sehr verschieden sein können, positiv wie Streben nach Vervollkommnung und Höchstleistungen, Freude am Wetteifern, Anerkennung, Stärkung des Selbstbewusstseins; negativ wie übersteigerter Ehrgeiz, der zu unlauteren Mitteln bis zur Intrige führen kann. Oft ist…
Elektrakomplex
Elektrakomplex (Electra komplex), starke Bindung der Tochter an den Vater, verbunden mit feindseligem Verhalten gegenüber der Mutter, analog →Ödipuskomplex. Der Elektrakomplex ist öfters bei Mädchen in jungen Jahren anzutreffen. Dieses kindliche Verhalten ist entwicklungspsychologisch normal und sollte nicht überbewertet werden. Kritisch wird es, wenn es über die Pubertät anhält: „Prinzessin auf Lebenszeit“. Mehr zum Thema:…
Eliteschule des Sports
Eliteschule des Sports (elite School of the sport), „Fördereinrichtung, die im kooperativen Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen Bedingungen gewährleistet, dank derer sich talentierte Nachwuchsathleten auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei Wahrung ihrer schulischen Bildungschancen vorbereiten können. Für die Anerkennung als Eliteschule des Sports werden die im Jahr 2002 in Leipzig beschlossenen Qualitätskriterien zugrunde gelegt.…
Empathie
Empathie (empathy), griech. Wurzel path „leiden, fühlen“; Einfühlungsvermögen, bedeutende Fähigkeit sozialer Kompetenz, das Vermögen, sich in andere Menschen und deren Situationen hineinzuversetzen (emotionale Intelligenz). Junge Sportler führen heißt, auf sie zuzugehen, Verständnis für ihre Probleme und Sorgen zu zeigen. Die Sportler wissen das zu schätzen. Das stärkt die Akzeptanz des Trainers, seine Führungsrolle und damit…
Entfremdung
Entfremdung (alienation), Begriff in den Gesellschaftswissenschaften zur Kennzeichnung der Beziehung der Menschen untereinander, zur Umwelt (besonders zur Arbeit) oder zu sich selbst, auch als gestörtes Verhältnis des Menschen zu seinen Mitmenschen bis zum Widerspruch zwischen Bevölkerung und „denen da oben“ (Politikverdrossenheit). Unter dem Einfluss von Marx bezog sich der Begriff Entfremdung nicht mehr auf ein…
Erfahrung
Erfahrung (experience), durch Wahrnehmung und Lernen erworbene Erkenntnisse und Verhaltensweisen; das im Verlaufe des Lebens erworbene und erprobte Wissen (Lebenserfahrung). Darauf baut das erfahrungsbasierte Lernen auf, das auf der Annahme beruht, erst die unmittelbare, praktische Auseinandersetzung mit einem Lerngegenstand ermögliche ein effektives Lernen. →Erfahrungslernen, →Lernen, reflexifes Der Sportler erfährt den eigenen Körper, die eigene Bewegung, den…
Erfolg
Erfolg (success), Erreichen oder Überbieten eines selbst gesetzten Ziels, wobei unterschieden wird zwischen Teilerfolg (Ziel nicht vollständig erreicht), Achtungserfolg (Ziel ebenfalls nicht vollständig, aber mit beachtlichem Ergebnis erreicht) und Scheinerfolg (ständiger Begleiter der meisten Politiker). Exkurs: Auch im Sport muss Erfolg zu bestimmten Zeitpunkten nicht identisch sein mit Siegen, sondern kann sich der Situation angemessen…
Erklären
Erklären, Erklärung (explanation), Beschreibung, Erläuterung oder auch Ursachenbenennung eines Sachverhalts, auf eine Person oder Gruppe gerichtet. Zusammen mit Demonstrieren und Veranschaulichen ist Erklären eine Maßnahme der Lernsteuerung (→Lerntheorie). In der Wissenschaft ist eine Erklärung der Versuch, die Ursachen eines beobachteten Sachverhaltes durch die sprachliche Darlegung seiner logischen und kausalen Zusammenhänge verständlich zu machen (WIKIPEDIA). In…
Erlebnispädagogik
Erlebnispädagogik (experience pedagogy), (Pädagogik); Bestandteil ganzheitlicher Bildungs- und Erziehungskonzeptionen, der sich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt hat. Die Erlebnispädagogik will in Lernprozessen durch die Einheit von physischen, psychischen und sozialen Herausforderungen junge Menschen befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten (handlungsorientiert). →Waldorfpädagogik Erlebnispädagogische Aktivitäten sind z.B. Klettern, Kanu - Fahren, Segeln, die heraus-, aber nicht…
Erleichterung, soziale
Erleichterung, soziale (social facilitation), Theorie der Sozialpsychologie, wonach allein die Anwesenheit anderer zu einer Verbesserung der individuellen Leistung führt. Diese „soziale Leistungsaktivierung“ funktioniert aber nur bei gut gelernten Aufgaben. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, verstärkt die Gegenwart anderer Personen eher den Konflikt (soziale Hemmung). Das Resultat ist eine Verstärkung von leichten Aufgaben und eine Hemmung…
Erwartungsdruck
Erwartungsdruck (weight of expectation), Diskrepanz zwischen zumeist von außen auferlegten Zielen und Ansprüchen und den persönlichen Erwartungen, die zu Verkrampfungen, Übersteuerungen bis Denkblockaden führen kann. "Die Zahl der zeitlich (nahezu) parallel gestellten und unter Zeit- und inhaltlichem Erwartungsdruck zu lösenden Probleme hat in den letzten Jahrzehnten spürbar zugenommen und erfasst immer mehr Altersgruppen und Gesellschaftsbereiche"…
Erwartungshaltung
Erwartungshaltung (expectation attitude), Haltung einer Person, die sich aus seiner Vorwegnahm bzw. Vergegenwärtigung eines kommenden Ereignisses (Erwartung) ergibt. Die Erwartungshaltung spielt eine große Rolle im Verhältnis von Trainer und Sportler zu Medien und Zuschauern. →Erwartungsdruck "Die größten Enttäuschungen haben ihren Ursprung in zu großen Erwartungen". Ernst Ferstl (*1955) österreichischer Schriftsteller
Erziehung
Erziehung (education), Maßnahmen, um Menschen in ihrer Entwicklung umfassend zu fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei in der „Herausbildung von Einstellungen, Charakter und Verhalten bei der Aneignung von Normen und Werten, Verhaltensregeln und –mustern“ (Roehr, in: Schnabel & Thieß, 1993, S.275). Eine Einengung der Erziehung auf den Heranwachsenden ist nicht angebracht, da dies voraussetzen würde, dass…
Erziehung, antiautoritäre
Erziehung, antiautoritäre (education, anti-authoritarian), aus der Rebellion gegen Gesellschafts- und Machtverhältnisse der BRD in den 60er Jahren entstandene „Erziehungsphilosophie“ (Wikipedia) mit dem Ziel, eine gesellschaftskritische und freie Persönlichkeit zu entwickeln, ihre psychische Unabhängigkeit, Konflikt- und Kritikfähigkeit zu fördern (Vollmer, 2005). Das Ergebnis dieser „pädagogischen Romantiker“, die inzwischen ganze Lehrergenerationen ausgebildet haben, sind eine verbreitete Nichterziehung…
Erziehung, autoritative
Erziehung, autoritative (education, autoritative), ausgewogener Erziehungsstil zwischen autoritärer Erziehung und Laissez-faire. Er zeichnet sich aus durch viel Liebe und Unterstützung durch die Eltern einerseits, die aber auch klare Grenzen und Regeln für das Kind aufstellen und diese konsequent durchsetzen. Es ist ein akzeptierendes, sensibles, kindzentriertes, forderndes und kontrollierendes Verhalten gegenüber dem Kind, gekennzeichnet durch offene…
Erziehungskompetenz
Erziehungskompetenz/Erziehungsfähigkeit (educational competence), über das Erziehungswissen hinausgehende Fähigkeit, dieses Wissen auch erzieherisch umsetzen zu können. Eigentlich werden Kompetenz und Fähigkeit synonym gebraucht, als Wortpaar mit dem Erziehungsbegriff gehen sie hier getrennte Wege. Der Begriff Erziehungsfähigkeit wird von Sozialpsychologen definiert als die Fähigkeit „an den Bedürfnissen und Fähigkeiten eines Kindes orientierte Erziehungsziele und Erziehungseinstellungen auf der…