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Begriff

Kanalisierung

Kanalisierung (canalization), in der Sozialpsychologie die Einflussnahme auf die Entwicklungsmöglichkeiten einer Person indem bestimmte Verhaltensweisen (→Verhalten) und Fähigkeiten gefestigt, andere unterdrückt werden, besonders bei der Herausbildung von Sitten, Normen, Traditionen). Zugleich wird die Auswahl möglicher Entwicklungspfade durch die Anlagebedingungen eingeschränkt. „Kanalisierung ist vergleichbar mit einer Kugelbahn, bei der mögliche Verlaufsbahnen strukturell vorgegeben sind, zusätzliche Faktoren (z.B. ein Impuls) jedoch über den tatsächlichen Verlauf der Kugel entscheiden“ (Krettenauer, 2014, S.7).   →Geschlechterrollen

„Unser Denken ist wie Wasser. Wird es kanalisiert, gewinnt es eine große Kraft“. Dalai Lama (*1935) Friedensnobelpreisträger 1989.

Quellen

  • Krettenauer, T. (2014). Der Entwicklungsbegriff in der Psychologie. In Ahnert, L. (Hrsg.). Theorien in der Entwicklungspsychologie. Springer-Verlag, S. 2-24 Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • SozialpsychologieTeildisziplin der Psychologie mit enger Verbindung zur Soziologie.
  • VerhaltenDer Verhaltensbegriff wird in den einzelnen Wissenschaften unterschiedlich definiert.
  • FähigkeitIndividuelle Grundeigenschaft des Menschen, die zwar veranlagt (vererbt) ist …
  • Sitte„Form der sozialen Norm, die in einer Gesellschaft in ihrem Geltungsanspruch und der damit …
  • NormLat. norma „Richtschnur, Maßstab, Regel, Vorschrift“ …
  • TraditionÜberlieferung und Weitergabe von Werten und Normen.
  • Erbanlage/Erbgut (genetic trait; hereditary factor), „die auf den Genen beruhende Potenz eines Organismus …
  • GeschlechterrollenEigenschaften und Handlungen …

Schlagwörter

Überarbeitet am 6. Juni 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Kanalisierung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/kanalisierung/ (abgerufen am 7. November 2026).