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Begriff

Nebennierenrinde

Nebennierenrinde (adrenal cortex), äußerer Anteil der Nebenniere mit wichtiger hormoneller Funktion (→Kortikosteroide). Durch Stress bedingter erhöhter Auswurf von Adrenalin erschöpft die Nebennierenrinde, die dadurch weniger Adrenalin und Kortisol produziert. Die Folgen sind Müdigkeit, Depression, Antriebs- und Konzentrationsschwäche. Kortisol als „Streshormon“ beeinflusst die Leistungsfähigkeit. Besonders langanhaltende oder intensive Belastungen steigern die Kortisolbildung bis zur Verschiebung in eine katabole Stoffwechsellage (→Übertraining). (→Konzentrationsfähigkeit).

Der Einfluss der Nebennierenrindentätigkeit insbesondere auf Ausdauerleistungen wurde bereits von Sportmedizinern 1964-1974 beschrieben (Israel 1964: Stojan et al. 1967; Keibel 1974). Seit 1984  wurden die Kortikosteroide als Wirkstoffe neben Alkohol und anderen in die Dopingliste aufgenommen. Darunter fallen alle Derivate des natürlichen Kortisol aus der Nebennierenrinde. In der Liste des Jahres 2004 werden sie unter den „im Wettkampf verbotenen Wirkstoffen“ aufgeführt, inzwischen reduziert auf „systemischen Einsatz“. Äußerlich angewendet (Ohr, Auge und Haut), bei Inhalationstherapien (z.B. Asthma) und bei lokalen oder intra-artikulären Injektionen sind Glucocorticoide nicht verboten (https://www.dshs-koeln.de/institut-fuer-biochemie/doping-substanzen/formen-des-dopings/eingeschraenkt-zugelassene-substanzen/glucocorticoide/ – Zugriff 01.01.21). Es gibt aber bisher keine schlüssigen Beweise, dass die sportliche Leistungsfähigkeit durch die Anwendung von Glukokortikosteroiden gesteigert werden kann. Urin-Kontroll-Proben haben kaum Ausicht auf Erfolg (Müller-Glatz 2007). Bei Schwimmern konnte keine Beziehung zwischen Tapering und Kortisol gefunden werden (Mujika et al. 1996). Es wird geschlussfolgert, dass der Speichelkortisolspiegel von der Belastungsart beeinflußt wird (Bonifazi et al. 1994). So könnten im Schwimmen die horizontale Körperlage und Blutzentralisation sowie Wärmestress Erklärungsfaktoren sein (Filaire et al. 1996).

Mehr zum Thema

Quellen

  • Bonifazi, Bela, Martelli, Zhu & Carli (1994). Blood levels of cortisol and testosterone before and after swimming exercise during the training season. Medicine and science in aquatic sports. 10th FINA World Sport Medicine Congress, Kyoto, October 25-28,1993, S. 94-99 Zur Quelle
  • Filaire, Duche, Lac & Robert (1996). Saliva cortisol, physical exercise and training: influences of swimming and handball on cortisol concentrations in women. European Journal of Applied Physiology (74)3, 274-278 Zur Quelle

Verwandte Begriffe

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Überarbeitet am 23. Juni 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Nebennierenrinde. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/nebennierenrinde/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).