Übertrainingssyndrom

04. August 2022 U 0

Übertrainingssyndrom (ÜTS) (overtraining syndrome, OTS), unter Syndrom versteht man ein durch einen Komplex von Symptomen gekennzeichnetes Krankheitsbild, dessen Ursachen nicht umfassend bekannt sind. Das ÜTS ist dann ein „Komplex subjektiver Beschwerden und objektiven Symptomen infolge eines Übertrainings(Kent & Rost1999, S. 430), verbunden mit einem Abfall der sportlichen Leistung. Neben überhöhter Trainingsbelastung sind restriktive Diäten, übermäßiger Stress und überhöhte Erwartungen von Familie und Trainer weitere Risikofaktoren. Trotz zahlreicher Hypothesen wie Dysregulation von Hypothalamus und Hypophyse, Entzündungshypothese und Glykogenhypothese ist die genaue Ursache von ÜTS nicht vollständig geklärt (Brylinski et al. 2022). Obwohl eine Objektivierung ohne sportmedizinische Diagnostik (Bestimmung Grundumsatz, Harnstoff, Kreatinkinase, Laktat usw.) kaum möglich ist, spielen das „Auge des Trainers“ und das „Belastungsgefühl“ (schwere Beine, Schlafstörungen, „rutscht nicht“) des Sportlers eine maßgebliche Rolle. Ergänzt werden sollte es durch eine ärztliche Abklärung hinsichtlich einer organischen Erkrankung, da die Diagnose eines ÜTS nach wie vor eine Ausschlussdiagnose darstellt (Urhausen & Kindermann, 1999, S.232).

Nach dem Ausbruch von OTS ist die wichtigste Behandlungsmethode Ruhe, die 6-12 Wochen oder länger andauern sollte. Heutzutage gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die diese Zeit verkürzen sollen. Diese Optionen sind entzündungshemmende Medikamente und wiederholte Hypoxie-Hyperoxie-Exposition in Kombination mit Training niedriger Intensität. Da die einzige etablierte Behandlungsmethode eine längere Ruhepause ist, ist die Prävention der wichtigste Aspekt des ÜTS-Managements. Wichtig ist auch eine angemessene Aufklärung der jungen Sportler und ihrer Eltern (Brylinski et al. 2022).

Mehr zum Thema: http://www.dr-moosburger.at/pub/pub013.pdf


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