Atemfrequenz

16. März 2017 A 0

Atemfrequenz (respiratory rate, breathing frequency), Zahl der Atemzüge pro Minute, die beim Erwachsenen in Ruhe bei 12-16, bei Kindern zwischen 16 – 25 Atemzügen/min liegt und unter Belastung bis zu 60 ansteigen kann. Sie ist individuell sehr unterschiedlich und hängt u.a. vom Trainingszustand ab. Bei Belastungen wird durch Veränderungen des Säure-Basen-Status (→Azidose) zunächst das Atemzentrum und folgend die Atemfrequenz aktiviert. Liegt die Atemfrequenz über dem Mittelwert (> 20 Atemzüge pro Minute in Ruhe), dann spricht man von Tachypnoe, liegt sie wesentlich darunter (<10 Atemzüge pro Minute in Ruhe) von  Bradypnoe. Atemnot wird allgemein als Dyspnoe bezeichnet.

Im Schwimmen ist die Atemfrequenz weitgehend an die Schwimmtechnik gebunden, wobei in der Regel auf einen Armzug einmal geatmet wird (Einerzugatmung), aber bei hohen Frequenzen (50/100m) ist das oft nicht umsetzbar und es wird auf mehrere Züge geatmet (Zweieratmung usw.). Im „Sprint“ (50m) wird teilweise in 25 sec nur 1-2x geatmet bzw. bei Freistil und Delfin gänzlich auf die Einatmung verzichtet. Somit wird im Schwimmen vorrangig das Atemminutenvolumen (AMV) über das Atemzugvolumen erhöht. Das setzt eine wirkungsvolle Ausatmung bereits unter Wasser voraus, bevor die (vertiefte) Einatmung erfolgt.

 

Der Atemantrieb wird stärker bei Der Atemantrieb wird schwächer bei
  • Steigendem Sauerstoffgehalt
  • Sinkendem Kohlendioxidgehalt
  • Steigendem pH-Wert

 

Tab.: Einflussfaktoren auf den Atemantrieb (http://www.passail.eu/krankenpflege/atmung.htm)

In einigen Studien wurde die Auswirkung verschiedener Atemrhythmen beim Schwimmen auf die Herz-Kreislauf- und Stoffwechselreaktion untersucht. Signifikante Veränderungen bei 50m-Strecken gab es nur bei totalem Aussetzen der Atmung, aber nicht zwischen Einer-, Zweier- oder Viereratmung (Harrison et al. 2003). Die Herzfrequenz reagierte stärker auf Veränderungen der Atemfrequenz als Laktatwerte (Key et al. 2014). Eine verminderte Atemfrequenz während Schwimmens im aerob-anaeroben Übergangsbereich verursachte keine Hypoxie, erhöht jedoch den Kohlendioxid-Partialdruck (Pco2) (Kapus & Usaj 2001).

Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Atemfrequenz


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.