pH-Wert

02. Mai 2021 P 0

pH-Wert (ph-value), Säure-Basen-Gleichgewicht und wichtiges Regulationsziel des Organismus. Maß für den Säuregrad bzw. Alkaligehalt einer Lösung, das im Blut in sehr engen Grenzen (7,38 -7,42) als neutral, darüber alkalisch und darunter sauer definiert wird. Im neutralen Bereich haben die meisten Gewebe und Zellen ihr Funktionsoptimum. Englische Sportwissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine Supplementierung mit Natriumbicarbonat zu einer Verbesserung der 200-m-Freistil-Zeiten bei Leistungsschwimmern führen kann (Lindh et al. 2008). Dies ist höchstwahrscheinlich die Folge einer größeren Pufferkapazität (Alkalireserve), die einer erhöhten Übersäuerung (Azidose) entgegenwirkt. Deren Einfluss auf die sportliche Leistung wird aber inzwischen zwiespältig gesehen (s.u.). In der Vergangenheit wurde in der Leistungsdiagnostik die Belastungsintensität direkt über die aktuelle Konzentration der Pufferbasen bestimmt (Base excess), später hat sich das einfacher zu bestimmende Laktat durchgesetzt.  →Stehvermögentraining
Bei intensiver Belastung sinkt der pH-Wert bis auf Werte unter 6,9, verursacht durch die CO2-Abgabe in der Arbeitsmuskulatur sowie die erhöhte Milchsäureproduktion und Protonen-Transporte in den Extrazellulärraum (Maasen 1999).

Exkurs: Entgegen der Jahrzehnte vorherrschenden Ansicht, dass eine Azidose zur muskulären Ermüdung beiträgt, zeigten einige in vitro Studien, dass eine Azidifikation („Aufsäuern“) einen protektiven (schützenden) Effekt auf die Erregbarkeit und Kraft hat.  Zwischen den Veränderungen im pH-Wert, der Erregbarkeit und der Leistung bei hoch intensiver Intervallarbeit mit einer kleinen Muskelgruppe konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. Diese Ergebnisse sind nicht nur für die Grundlagenforschung im Bereich der muskulären Ermüdung, sondern auch für sportpraktische Aspekte, wie die Planung von Trainingseinheiten von Bedeutung (Hilbert 2011). Bonne et al. (2012) stellten die Verwendung von Natriumbicarbonat (NHCO3) als leistungssteigerndes Mittel in Frage, zumindest bei Sportarten, die nur eine begrenzte Muskelmasse beanspruchen. NaHCO3-Supplementierung erhöhte die HCO3-Konzentration im Blut und dämpfte den Abfall des Blut-pH-Wertes im Vergleich zu Placebo während eines hochintensiven Trainings bei gut trainierten Rugbyspielern, verbesserte aber die Trainingsleistung nicht signifikant. Das Auftreten von Aufstoßen, Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen und Übelkeit war nach Einnahme von NaHCO3 höher als unter Placebo (Cameron et al. 2010). Deshalb raten Experten vor der Einnahme von Natron (Natriumbicarbonat) zur Leistungssteigerung ab. Wahl (2011) konnte durch eine genaue Reizbeschreibung und die Modulierung zeigen, dass die metabolische Azidose ein potenter metabolischer Stimulus ist, der die Hormonantwort auf hochintensive Belastungen beeinflusst und einen Teil der Hormonantwort induziert. Des Weiteren wird durch die Modulierung des pH-Werts auch der Laktat-/H+-Ionen-Transport in vivo beeinflusst.

Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/PH-WertZugriff 2.05.21


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