Beta-2-Agonisten

21. März 2017 B 0

Beta-2-Agonisten (β2-agonists), aus der Tiermast bekannte Gruppe von Substanzen mit anaboler Wirkung (z.B. →Clenbuterol),  die in der Humanmedizin zur Bekämpfung vom Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. Sie stimulieren die Beta-2-Rezeptoren,  erschlaffen dadurch die Bronchialmuskulatur und lindern so die Symptome eines Asthmaanfalls

Hinweis der NADA (Stand 15.03.2016):

Die inhalative Anwendung der Substanzen Salbutamol, Salmeterol und Formoterol ist nicht mehr verboten. Ihr Einsatz muss aber auf dem Doping-Kontrollformular erwähnt werden. Salbutamol darf allerdings nur bis zu einer maximalen Dosis von 1600 µg pro 24 h (je nach Präparat bis zu 8 Hübe bzw. bis zu 16 Hübe am Tag) und Formoterol bis zu einer maximalen Dosis von 54 µg pro 24 h angewandt werden.

Alle anderen Beta-2-Agonisten sind zunächst jederzeit verboten. Hierzu gehören z.B. die Substanzen Terbutalin, Fenoterol oder Reproterol; 2017 wurde die Verbotsliste durch Tulobuterol erweitert. Je nach Testpoolzugehörigkeit bzw. Inlands- oder Auslandsstart muss ein Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung (englisch: Therapeutic Use Exemption) mit einer vollständigen Krankenakte oder ein Attest vorliegen. Die WADA verlangt dazu klar definierte Befunde und medizinische Unterlagen.

http://www.nada.de/de/medizin/im-krankheitsfall/medizinische-ausnahmegenehmigungen-tue/asthmasprays/#.VuwPGMuWgec

Neuere Studien sehen die relativ großzügige Regelung der WADA recht kritisch (Jessen et al. 2018; Jacobson & Fawcett 2016), Die Ergebnisse sind aber nicht immer eindeutig. So verbesserte die Inhalation von Beta2-Agonisten in zugelassenen Dosen die Schwimmleistung von Eliteschwimmern nicht, aber die Leistung auf dem Schwimmergometer und die isometrische Kraftfähigkeit des Quadrizeps (Kalsen et al. 2014). Eine Megaanalyse ergab bei gesunden Sportlern keine signifikanten Auswirkungen von inhalativen Beta2-Agonisten auf Ausdauer, Kraft oder Schnelligkeit. Wenn auch Hinweise andeuten, dass systemische Beta2-Agonisten die körperliche Leistungsfähigkeit bei gesunden Probanden positiv beeinflussen können, so ist doch die Evidenzbasis schwach (Pluim et al. 2011).

Mehr zum Thema: http://www.doping-prevention.com/de/wirkstoffe-und-methoden/beta-2-agonisten/beta-2-agonisten.html


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