Gewalt

21. Mai 2017 G 0

Gewalt (force; violence), Es gibt keine verbindliche Definition. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Gewalt wesentlich vielseitiger verwendet, so kann mit Gewalt ein Mensch vor einem nahenden Fahrzeug zurückgehalten werden, also zu seinem Wohle, so wie auch bei Staatsgewalt von Gewalt im Interesse des Volkes ausgegangen werden sollte. Versteht man unter Gewalt körperliche, psychische oder verbale Übergriffe zum Schaden einer Person oder Gruppe, dann ist Gewalt die schwerste Form der Aggression.

Gewalterfahrungen können eine Gefahr für die Entwicklung der Kinder sein. Deshalb haben Kinder in der Bundesrepublik seit 2000 ein Recht auf gewaltfreie Erziehung (→Kinderrechte). Trotzdem erfahren immer wieder Kinder Gewalt im Elternhaus, in der Schule, in der Trainingsgruppe usw. Besonders bindungs- und führungslose Jugendliche sind empfänglich für Gewalt (rechte Gewalt, Terrorismus). Verschiedentlich wurde Jugendgewalt in den ostdeutschen Bundesländern aus der staatlich reglementierten Jugenderziehung der früheren DDR erklärt. Als in 2006 Lehrer in der BRD erstmals die Polizei um Hilfe riefen, die Gewalt an ihren Schulen einzudämmen, da kannte die Gewaltklientel die DDR nur noch vom Hörensagen, denn die Hauptursachen von Jugendgewalt sind wirtschaftliche Krise, Arbeitslosigkeit und daraus resultierend Perspektivlosigkeit. Hinzu kommt, dass Gewalt tagtäglich im Fernsehen erlebt, aber nicht am eigenen Körper erfahren wird, so dass die realen Auswirkungen von Gewalt nicht eingeschätzt werden können.

In einer Grundstzerklärung des IOC anlässlich der Olympischen Spiele 2016 heißt es: „Jeder Athlet hat das Recht auf sicheren Sport, definiert als ein athletisches Umfeld, das respektvoll, gerecht und frei von jeglicher Form von unbeabsichtigter Gewalt gegen Athleten ist.“ (Mountjoy et al. 2016). Weiss (1995) kennzeichnet fünf Bereiche der Gewalt im Sport:

  • als Zweck und Ziel der Sportart (z.B. Boxen),
  • regelwidrige, aber wettkampftypische Gewalt (z.B. Fouls im Fußball),
  • Kampfsport, wo der Sportler geschützt, aber der Gegner abgewehrt wird (american football),
  • Doping als „gesundheitsschädigende Gewalt“,
  • Indirekte Gewalt durch Leistungsdruck karrieresüchtiger Trainer, Funktionäre oder/und Eltern (S. 208).

Da im Beckenschwimmen die Kontrahenten durch Leinen getrennt sind, sind Handgreiflichkeiten ausgeschlossen, was im Freiwasserschwimmen schon wieder ganz anders ist. Insgesamt frönen die Schwimmer aber einer recht „friedvollen“ Sportart.

Wenn der Sport auch nicht die grundlegenden Probleme der Gesellschaft lösen kann, so kann er Kindern und Jugendlichen wenigstens in einem Teilbereich ein Ziel geben. Im Sport können sie lernen, Gegensätze zu erfahren und fair auszutragen, den Gegner als Partner zu verstehen und zugleich mit ihm zu streiten, siegen und verlieren zu können. Kritisch ist die verstärkte Gewalt am Rande des Sports zu sehen, wie Ausschreitungen bei Fußballspielen (Hooliganismus) →Ehrenkodex der Trainer, →sexuelle Gewalt

 „Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.“ Astrid Lindgren (1907-2002), Schwedische Schriftstellerin

 


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