Hautfaltenmessung

24. Mai 2017 H 0

Hautfaltendicke/-messung (skinfold measurement), anthropometrischer Indikator zur Bestimmung der Unterhautfettmasse, indem an definierten Messpunkten (z.B. am Trizeps, am Rücken unterhalb des Schulterblattes) die Hautfaltendicke gemessen wird und mittels Regressionsgleichungen der Gesamtkörperfettanteil annähernd ermittelt wird. Zur diagnostischen Bestimmung des Untergewichtsverlaufs (→Gewichtsreduktion) wird die Hautfaltendicke mit einem Kalipermeter an 4-12 Stellen gemessen. So sind bei Männern Werte unter 7% und bei Frauen unter 8% Fettgehalt zu beachten, bei Kindern zwischen 10 und 12 Jahren unter 12-14% (Fröhner & Wagner, 2005). Mädchen im Alter von 4 bis 9 Jahren bzw. 7 bis 14 Jahren haben signifikant dickere Hautfalten als Jungen (Kromeyer-Hauschild et al. 2012). „Normabweichungen der Hautfaltensumme bzw. Fett-Prozente auf ein sehr niedriges Niveau erweisen sich als Risikosignal für die Leistungsentwicklung und Belastbarkeit auch in Sportarten, in denen eine geringe Körpermasse als leistungsbestimmender Faktor angesehen wird.“ (Fröhner et al. 2005, S.134).

Exkurs: Unterschiedliche Messmethoden werden immer wieder diskutiert. Ein Vergleich von zwei Feldmethoden (Skinfolds vs. Bioimpedanzanalyse) zeigte eine hohe Übereinstimmung (r=0,96) wobei die Bioimpedanzanalyse-Methode weniger zeitaufwendig ist (Ostojic, 2006). Zuvor wurde vor dem Einsatz der Bioimpedanzanalyse gewarnt, da sie zu falschen Ergebnissen und Einschätzungen bezüglich der Hautfaltendicke führen würde und dies Auswirkungen auf die Gewichtsklasse des Sportlers haben könne (Gilmore et al. 1999). Unter den verschiedenen Methoden zur Bestimmung des Anteils an Körperfett (vorgestellt von Fischer in seinem Handbuch zur Hautfaltenmessung:  https://bodyfat-manager.de/files/handbuch_fettmessung_neuauflage_2013.pdf – Zugriff 01.07.2019) ist für die Sportpraxis die Kalipermetrie die praktikabelste Lösung, wobei allerdings die komplizierten Messungen und Auswertungen Spezialisten und Computern (Body-Fat-Manager) vorbehalten sind.

Vergleich der Hautfaltensumme von Sportlerinnen (n=1798) mit Unterschiedlichem Körperbau, jeweils zwischen den AK 10/11 und 17-19 (Fröhner, 2008, S.47)

 

Mehr dazu (aktuelle Daten aus KIGGS-Studie): https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/KiGGS_Referenzperzentile.pdf?__blob=publicationFile – Zugriff 01.07.2019

und: Raschka, C. (2006). Sportanthropologie. Sportverlag Strauß – Köln


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