Kältekammer

06. Juni 2017 K 0

Kältekammer (cold chamber), von Japan übernommene und zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen entwickelte Ganzkörperkältetherapie. Über zwei Vorstufen (-10° und -60° C) nähert man sich der Minimaltemperatur von -110 Grad, wobei schnelle Bewegungen vermieden werden sollten. Die Haut kühlt sich bis auf 5 Grad Celsius ab. Durch Gegenregulation bleibt aber die Körpertemperatur stabil. Durch die Kälte sollen schmerz- und entzündungshemmende Mechanismen in Gang gesetzt werden.

Inzwischen nutzt auch der Leistungssport die Ganzkörperkältetherapie zur Leistungsverbesserung und Regeneration (Joch et al. 2002). Die erste Kältekammer des DOSB befindet sich in der Sportschule Kienbaum. Bei Kammergängern wird die Muskulatur stärker durchblutet, wodurch unmittelbar nach der Kältebehandlung mehr Leistung abgerufen werden kann. Die Kammer sollte nur unter Aufsicht genutzt werden (in USA ist eine Salonbetreiberin in ihrer Kältekammer gestorben).

Exkurs: Nicht so euphorisch ist eine Auswertung mehrerer Studien, wonach zwar Schmerzen im Muskel kurzfristig und geringfügig reduziert werden können,  objektiv messbare Werte, wie die Muskelkraft oder deren Funktionalität, sich aber nicht ändern. Da jedoch individuell Unterschiede beobachtet werden können, werden Eissaunen teilweise dennoch zur Regeneration empfohlen (https://www.dfb-akademie.de/studie/kaeltekammer-fuer-die-tonne/-/id-15000071 – Zugriff 4.11.19).

Mehr zum Thema: Ückert, S. (2009). Kienbaum-erste Kältekammer in einem Bundesleistungszentrum. Leistungssport (39)6, 34/35 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp09_06_34_35.pdf – Zugriff 4.11.2019)


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