Regeneration

03. Juli 2017 R 0

Regeneration (regeneration, recovery), lat. regeneratio „Neuentstehung“; bildungssprachlich Erneuerung, Belebung, Wiederherstellung von verletztem Gewebe (Biologie) bis zur Rückgewinnung chemischer Stoffe (Technik).

Auf den Leistungssport bezogen kann Regeneration pragmatisch als Umkehrung der trainingsinduzierten Ermüdung verstanden werden (Faude & Meyer, 2012). Darunter fallen Maßnahmen zur Erholung nach hohen Trainingsbelastungen im psychologischen Bereich (psychoregulative Verfahren), durch Regenerationstraining, physiotherapeutische Maßnahmen, Kältetherapie oder einfach durch Ruhe, Schlaf und Wechsel des Umfeldes („weg vom Wasser“). Der umsichtige Trainer sichert – ausgehend vom Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung – regenerative Maßnahmen bereits während des Trainings und nicht erst, „wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist“ (→Übertraining). Zu kurze Regeneration kann zu Störungen der Proteinsyntheserate führen. Der zeitliche Ablauf der Regeneration ist von Dauer und Intensität der vorangegangenen Belastung abhängig. Je nach Trainingsinhalt sind unterschiedliche Regenerationszeiten zu berücksichtigen. Erfahrungen aus der Trainingspraxis besagen, dass nach etwa 10 Ruhetagen die muskulöse Leistungsfähigkeit deutlich abnimmt (Hottenrott & Neumann, 2010).  Makrozyklen sollten mit einer Woche aktive Erholung enden („Prinzip der periodisierten Regeneration“ Weineck 2002).  Mit zunehmendem Alter steigt der Bedarf an Regeneration, so z.B. auch die Länge der Taperphasen. →Belastungszonen,Webmood

„Regeneration ist neue Zeugung im alten Leibe“ Carl Ludwig Schleich (1859 – 1922), deutscher Arzt, Erfinder der Anästhesie und Schriftsteller

Exkurs: Amerikanische Wissenschaftler (Brody-Williams et al. 2011) verglichen Kühlen (Sitzen in15 Grad kalten Wasser bis zum Brustbein), sofort nach Belastung, 3 Stunden nach Belastung (ebenfalls 15 Grad) und nicht Kühlen. Die Ausdauerleistungen am folgenden Tag waren hoch signifikant besser bei der Kühlung. Die sofortige Kühlung hatte zwar die besten Ergebnisse, sie waren aber nicht signifikant besser als durch Kühlung nach drei Stunden. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst da, wo kein Kühlungsbecken bei der Sportstätte zur Verfügung steht, Kühlen in der Badewanne zu Hause oder im Hotel immer noch besser ist, als nichts zu tun, wenn man am nächsten Tag an einem Wettkampf teilnehmen oder wieder trainieren will (Krüger, Leistungssport 1/2012, S.21).

 

Mehr zum Thema: Faude & Meyer (2012). Regeneration im Leistungssport. Leistungssport 2/2012, 5-10 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp12_03_05_11.pdf)


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