Nahrungsergänzungsmittel (NEM)

07. Dezember 2020 N 0

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) (supplements), ernährungsphysiologisch bedeutende Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Amino– und Fettsäuren, die den Lebensmitteln und nicht den Arzneimitteln zugeordnet werden. Somit unterliegen sie nicht der Genehmigung durch ein Bundesamt und der Markt wird immer unübersichtlicher, zumal sie über das Internet (zumeist aus USA) bestellt werden können.NEM können zum Beispiel folgende Stoffe enthalten:

Bei einigen Nahrungsergänzungsmitteln besteht ein hohes Risiko der Kontamination („Verunreinigung“) mit anabol-androgenen Steroiden. Deshalb raten immer mehr Dachverbände von der Supplementierung mit NEM ab. Es sollten nur NEM eingenommen werden, die vom Dopinglabor in Köln mit einem entsprechenden Zertifikat versehen sind (www.dopinginfo.de und www.osp-koeln.de). Die von Athleten oftmals bezeugte leistungssteigernde Wirkung der NEM ist zumeist einem Placeboeffekt geschuldet (Schek, A. 2020).

Das IOC verweist in einem „Consensus Statement“ darauf, dass NEM von Sportlern am meisten zur angeblich direkten oder indirekten Leistungssteigerung konsumiert werden. Aber nur wenige Mittel (einschließlich Koffein, Kreatin, spezifische Puffersubstanzen und Nitrat) können ihren Nutzen belegen. Die Reaktionen werden jedoch durch das Anwendungsszenario beeinflusst und können aufgrund von Faktoren wie Genetik, Mikrobiom und gewohnheitsmäßige Ernährung von Person zu Person stark variieren. Deshalb sollten vor der Einnahme von NEM Sportmediziner und/oder Ernährungsberater konsultiert werden. Mittel zur Leistungssteigerung sollten vor dem Einsatz im Wettkampf gründlich im Training oder in simulierten Wettkämpfen erprobt werden. Dabei wird vor einer unbeabsichtigten Einnahme von Substanzen gewarnt, die nach den Anti-Doping-Codes verboten sind. Der Schutz der Gesundheit des Athleten und das Bewusstsein für das Schadenspotenzial müssen an erster Stelle stehen (Maughan et al. 2018).

Exkurs: Eine Zusammenfassung von 78 klinischen Studien (Cochrane Bibliothek, 2012) ergab keine vorbeugende Wirkung einer regelmäßigen Zufuhr von Antioxidantien (Beta-­‐Karotin, Vitamin A-­‐, E, -­‐C und Selen) auf die Sterblichkeit, aber eine erhöhte Sterblichkeit um 3-4% durch die vermehrte Zufuhr von Beta-­‐Karotin, Vitamin E und möglicherweise Vitamin A. (http://cochranelibrary-wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD007176.pub2/abstract).

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