Placebo

05. November 2021 P 0

Placebo (placebo), lat. placere „ich werde gefallen“; „Scheinmedikament“, das ohne Wirkstoff nur durch Suggestion die Leistung steigert. Placebo werden bei Arzneimittelversuchen („Doppelblindversuche“) eingesetzt, um die subjektiv-psychische von der objektiv-pharmakologischen Wirkung eines Medikaments zu unterscheiden.

Beispiel: Eine Art „Ischämie-Training“ scheint das Herzgewebe resistenter gegen ischämisch bedingte Schädigungen zu machen. Deshalb wurde die Wirkung Ischämischer Präkonditionierung (IPC) auf die wiederholte Sprintleistung anhand einer Schwimmaufgabe und unter Kontrolle der Placebo-/Nocebo-Effekte bei Schwimmern untersucht. IPC verbesserte die wiederholte Sprintschwimmleistung, während eine Placebo-Intervention dies nicht tat (Ferreira et al. 2016).

Exkurs: Eine amerikanische Studie konnte nachweisen, dass für den Erfolg von Scheinmedikamenten es nicht zwingend nötig ist, dass man sie für echt hält – solange man davon überzeugt ist, dass sie helfen (Kaptschuk et al.2010). Auf diesen Zusammenhang stützt sich die Homöopathie als Pseudowissenschaft. US-Wissenschaftler verabreichten ihren Probanden unwirksame Placebo-Tabletten, die sie aber als leistungssteigerndes Anabolikum anpriesen. Im Verlauf von vier Wochen stiegen Kraft und Ausdauer der Probanden daraufhin tatsächlich überproportional an (Beispiel bei Broelz 2014). Selbst wer an die positiven Effekte von Sport und Bewegung glaubt, profitiert stär­ker davon (Mothes et al. 2016). Der Erfolg heiligt die Mittel. →Homöopathie

Ein Placebo wirkt nicht durch seine Inhaltsstoffe, sondern dadurch, dass der Arzt es verabreicht. (Quelle s. u.)

Mehr zum Thema: http://www.onmeda.de/medikamente/placebo_effekt.html – Zugriff 5.11.21


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