Koffein

08. Juni 2017 K 0

Koffein (caffeine), Stickstoffverbindung auf Pflanzenbasis mit stimulierender (gegen Müdigkeit) und leicht diuretischer Wirkung; Hauptwirkstoff in Kaffee, Tee, Cola und Energy-Drinks (→“Sportgetränke„). Koffein (einschließlich der Methylxanthine, Theophyllin und Theobromin) blockiert die Adenosin-Rezeptoren (Adenosin = komplexe organische Moleküle im ATP), hemmt in hoher Konzentration den Abbau des für die Hormonwirkungen bedeutsamen cyclo-Adenosinmonophosphat (AMP) und setzt Kalzium-Ionen aus den intrazellulären Speichern frei, was zu unkontrollierten Muskelkontraktionen führen kann (www.dshs-koeln.de). Schmeckt Dir nach diesen Zeilen der Kaffee noch?  →Stimulans

In der Mehrheit der Studien wurde ein Einfluss von Koffein auf Ausdauerleistungen nachgewiesen (Higgins et al. 2016). Mengen von 3 mg kg-1 Körpergewicht (entspricht etwa 2-3 Espressos) wirkten im Schwimmen deutlich leistungssteigernd (Burke, 2008), was auf die Erhöhung des Energieumsatzes und das Hinausschieben des Erschöpfungsgefühls zurückzuführen ist. Die stimulierende Wirkung des Koffeins mit einer Verbesserung von Antrieb, Stimmung, Reaktions– und Konzentrationsfähigkeit macht sich vor allem im ermüdeten Zustand bemerkbar und dürfte hauptsächlich für die Leistungssteigerung bei Langzeitbelastungen verantwortlich sein. Daneben werden auch eine verminderte Kaliumausscheidung aus der Muskelzelle und eine Verbesserung der Fettverbrennung und dadurch bedingte Glykogeneinsparung (allerdings nur in den ersten 15 Minuten einer Belastung nachweisbar) als leistungssteigernde Wirkmechanismen unter Fachleuten diskutiert (Zapf: http://www.loges.de/service/magazin/legale-substanzen-zur-leistungssteigerung/, Zugriff am 27.07.2016).  Ungeachtet dessen hat die WADA Koffein von der Dopingliste genommen. Übersteigt allerdings die Koffeinkonzentration im Urin einen bestimmten Grenzwert (12 µg/ml), so gilt der Befund als Doping positiv. Deshalb empfiehlt die WADA am Wettkampftag nicht mehr als zwei Tassen (je ca.150ml) eines „normalen“ Kaffees zu trinken und während eines Wettkampfes bzw. unmittelbar nach dem Wettkampf vor einer Dopingkontrolle auf koffeinhaltige Getränke ganz zu verzichten. Espresso wird nicht als normaler Kaffee angesehen, da die Koffeinkonzentration deutlich höher ist. (http://www.dopinginfo.de/rubriken/00_home/00_cof.html, Zugriff am 27.07.2016).

Auf Grund der teils widersprüchlichen Datenlage und dem Einfluss individueller Faktoren sind exakte Empfehlungen zu Form, Dosis und Zeitpunkt der Aufnahme von Koffein schlecht möglich. Zudem bewirkt Koffein einige Nebenwirkungen, die die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit im Sinne einer Übererregung auch drastisch vermindern können, wie Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität, Muskelzittern und -zucken, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, vermehrte Wasserausscheidung und Magenbeschwerden (Zapf, s.o.). Entgegen vielfacher Annahmen verhinderte jedoch bei körperlich aktiven Männern die Nahrungsergänzung mit Koffein nicht die Leistungsabnahme am Morgen oder die Leistungssteigerung am Nachmittag (Lopes-Silva et al. 2019).

„Koffeinfreier Kaffee: der Untergang des Abendlandes“ (Kalenderspruch)

Mehr zum Thema:Huong Tran, Hübscher, Thiel & Banzer (2012). Wirksamkeit akuter Koffeinaufnahme auf die aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit. Leistungssport 4/12, 45-49 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp12_04_45_49.pdf)– Zugriff 27.11.2019


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