Sportgetränk

21. Juli 2017 S 0

„Sportgetränke“ (sport beverages; sporttrinks), Getränke mit den Bestandteilen Flüssigkeit, Elektrolyte und Kohlenhydrate, die umgehend vom Körper aufgenommen werden. Bei normaler Ernährungs- und Belastungssituation reicht für die erforderliche Flüssigkeitszufuhr Wasser. Erst bei längeren Belastungen oder/und Flüssigkeitsverlust sind Elektrolyte zuzuführen, wozu Mineralwasser ausreicht. Hierbei ist Mineralwasser mit nennenswerten Mengen von Hydrogencarbonat, Calcium und Magnesium zu bevorzugen. Bei Belastungen über zwei Stunden sind Kohlehydratzusätze angebracht. Der Nutzen vieler so genannter Sportgetränke ist umstritten. Selbst für die häufig empfohlene Mischung von Fruchtsaft und Mineralwasser, gibt es keinen Beweis für eine schnelle Flüssigkeitsabsorption. Für Apfelschorle wurde sogar das Gegenteil nachgewiesen (Brouns & Kovacs, 1995). →Flüssigkeitshaushalt

 

Exkurs: „Als vor 40 Jahren die Marathonläufe in New York immer besser besucht waren, witterte die Getränkeindustrie einen gigantischen Absatzmarkt. Die Verbraucher mussten nur davon überzeugt werden, dass die Sportgetränke besser als Wasser seien und auch, dass man beim Sport generell viel trinken müsse. Mit Erfolg: Seit Jahren steigen die Umsatzzahlen der Branche. So trank laut Statistischem Bundesamt jeder Deutsche 1,3 Liter Mineralstoffgetränke im Jahr 2003, während es 2009 schon 2,9 Liter waren. In den USA hat der Markt die Milliardengrenze längst überschritten. Und tatsächlich gibt es auch keine Studien, die die Behauptungen der Industrie widerlegen. Der Grund: Studien mit negativen Ergebnissen würden in den einschlägigen Wissenschaftsjournalen gar nicht veröffentlicht. Denn in den Gremien der Magazine sitzen oft Wissenschaftler, die von der Industrie finanziert seien, hat BMJ-Redakteurin Cohen beobachtet.“ (K. Burger in Süddeutsche Zeitung vom 10.09.12)

 

Mehr zum Thema: Brouns & Kovacs (1995). Sportgetränke in Europa. Leistungssport 4/95, 49-54 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp95_04_49_54.pdf)


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