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Begriff

Flüssigkeitshaushalt

Flüssigkeitshaushalt (liquid household), 50 – 80 Prozent des menschlichen Körpers sind Wasser, differierend nach Alter, Geschlecht, Anteil an Körperfett und Muskelmasse. Bei einem Neugeborenen beträgt der Wasseranteil 75-80%, bei Senioren etwa 50%. Ausdauersportler haben ungefähr 70%. Durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (→Flüssigkeitsbedarf) ist eine ausgewogene Wasserbilanz zu sichern, da Mangel an Flüssigkeit (→Dehydration) die Leistungsfähigkeit mindert. Problematisch ist absichtlich herbeigeführter Flüssigkeitsverlust, um „Gewicht zu machen“ durch häufiges Saunieren , Nahrungseinschränkung oder entwässernde Medikamente (→Gewichtsreduktion).

In der Sportpraxis ist zwischen Durstlöschern und Sportlergetränken zu unterscheiden. Durstlöscher sind kalorienarm und gleichen neben der Flüssigkeit den Verlust an Mineralstoffen aus. Isotone oder leicht hypotone Getränke mit 30 – 80 g Kohlenhydraten und 400 – 1100 mg Natrium pro Liter erfüllen diese Kriterien am besten. Hypertone Getränke wie Fruchtsäfte, Energydrinks oder Limonaden eignen sich nicht als Sportgetränke, da sie die Dehydration kurzfristig verstärken. Auch natriumarmes Wasser führt zu einer Nettosekretion von Elektrolyten in das Darmlumen. Für die Anreicherung von Sportgetränken mit Vitaminen oder potenziell leistungsfördernden Substraten gibt es keine wissenschaftliche Basis (Heseker, 2016). Trotz jahrzehntelanger Forschung gibt es nach wie vor unterschiedliche Sichtweisen darüber, wieviel während dem Sport getrunken werden soll, um die Leistung zu optimieren (Mettler & Mannhart, 2017). Eine Studie Im Nachwuchstraining zeigte, dass die meisten Athleten (u.a. Schwimmer) den ganzen Tag über trotz Flüssigkeitsverfügbarkeit während des Trainings dehydriert waren (Arnaoutis et al. 2015).

Der Flüssigkeitshaushalts kann mit validen Methoden in Feldtestlabors erfasst werden. So bildet die spezifische Urindichte den Hydrationsstatus unter den meisten Bedingungen gut ab und lässt sich mit einem Refraktometer exakt bestimmen. Ein weiterer Marker sind Änderungen der Körpermasse durch kurzfristige Flüssigkeitsverluste, die allerdings bei längeren Zeitintervallen jedoch an Validität verlieren. „Hämatokritmessungen ermöglichen die Detektion iso- und hypotoner Hypovolämien, die bei Nahrungs- und Flüssigkeitsrestriktion in körpergewichtslimitierten Sportarten auftreten. Alle Messgrößen verlangen eine gute Standardisierung. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Größen zu kombinieren, um verschiedene Kompartimente des äußerst dynamischen Flüssigkeitshaushaltes darzustellen.“ (Treff & Steinacker, 2014).

Abb.: Wasseranteil in % vom Körpergewicht (nach Info-Zentrale Mineralwasser)
Wasseranteil in % vom Körpergewicht (nach Info-Zentrale Mineralwasser)

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Quellen

  • Arnaoutis, Kavouras, Angelopoulou, Skoulariki, Bismpikou, Mourtakos & Sidossis (2015). Fluid balance during training in elite young athletes of different sports. The Journal of Strength and Conditioning Research (29)12, 3447-3452 Zur Quelle
  • Heseker, H. (2016). Trinken, bevor der Durst kommt? Aktuelle Ernährungsmedizin; 41(S 01): S.22-26 Zur Quelle
  • Mettler & Mannhart (2017). Hydration, drinking and exercise performance. Swiss Sports & Exercise Medicine (65)1, 16-21 Zur Quelle
  • Treff & Steinacker (2014). Monitoring des Flüssigkeitshaushalts im Sport. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (65)12, 342-346 Zur Quelle

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Überarbeitet am 19. April 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Flüssigkeitshaushalt. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/fluessigkeitshaushalt/ (abgerufen am 28. Oktober 2026).