Krafttraining

18. November 2020 K 0

Krafttraining (strength training), Training zur Steigerung der Kraftfähigkeiten oder zur Erhöhung der Muskelmasse (Bodybuilding) oder zum Erhalt muskulärer Balancen (Physiotherapie). Es stützt sich vor allem auf allgemeingültig formulierte Trainingsprinzipien (Versuch und Irrtum). Diese liefern zwar für Trainer und Sportler ein gutes Rahmenkonzept, zumeist fehlen aber begründete Fakten der biologisch zellulären Anpassung des Skelettmuskels sowie der zugrunde liegenden biologischen Mechanismen (Hartmann 2010, Gehlert 2013) . Allgemeines Krafttraining ist die konditionelle Grundlage für alle Sportarten und bereits von großer Bedeutung im Nachwuchstraining (→Krafttraining bei Kindern). →Kraftraum, →Muskelkraft,Kraftmaschine, →Krafttraining an Geräten, →Muskelaufbautraining

Der Schwimmer verbessert seine Kraft mit allgemeinen und spezifischen Mitteln (→Kraft, spezifische), um höhere Absprung-/Abstoß– und Schwimmgeschwindigkeiten zu realisieren (Vortriebsoptimierung), die intermuskuläre Koordination und letztlich die Technik sowie die Belastungsverträglichkeit zu verbessern. Ein zu großer Muskelzuwachs (→Hypertrophie) kann im Schwimmen, das von einem günstigen Last-Kraft-Verhältnis profitiert, nachteilig sein. Deshalb sollte das Krafttraining des Schwimmers auf Muskelqualität statt auf Muskelmasse abzielen. Der Schwimmer benötigt für die am Vortrieb bzw. an der Fortbewegung beteiligten Muskelgruppen eine ausdauernde und schnellkräftige Muskulatur mit hoher Muskelleistung und diese Muskulatur ist schlank und nicht dickbäuchig. Deshalb sollte ein speziell auf die Bedürfnisse des Schwimmers abgestimmtes Krafttraining zu einer höheren Muskelleistung ohne wesentliche Muskelhypertrophie führen, wobei noch zwischen Sprinter und Langstreckler zu unterscheiden ist. Allerdings ist nach Auffassung von Fuhrmann et al. (2017), „die Angst, dass der Sportler/die Sportlerin durch die beschriebene Methodik zu schwer oder zu muskulös wird unbegründet, da die Muskelhypertrophie in Kombination mit hohem Volumen (Langstreckler) im Ausdauertraining erschwert wird…  Eine negative Auswirkung einer ausgeprägten Muskulatur auf die Wasserlage und den Frontalwiderstand ist nicht belegt“.

Abb.: Zusammenhang zwischen Muskelkraft, Muskelleistung und Bewegungsgeschwindigkeit
Abb.: Verknüpfte Reihenfolge beim Krafttraining im Jahresaufbau (modifiziert nach Hohmann, 1999)

Exkurs: Um der Forderung nach mehr „Athletik“ im Training des Schwimmers Nachdruck zu verleihen, bietet der DSV einen „RTP zum Krafttraining vom Aufbau- bis zum Hochleistungstraining“ an (Fuhrmann et al. 2017). Neben der Struktur der Kraftfähigkeiten im Schwimmen gehen die Verfasser auf deren Training, bieten einen Grundbestand von Übungen an, angepasst auf die verschiedenen Entwicklungsetappen des Schwimmers. Das weit über einen Rahmentrainingsplan hinausgehende und über weite Strecken eher einer wissenschaftlichen Schrift als einem Handmaterial für Trainer ähnelnde Material füllt aber eine Lücke in der Trainingspraxis. Kritisch ist die Position der Autoren zum spezifischen Kraftausdauertraining an Land zu sehen, die im Widerspruch zu bisherigen Erfahrungen im Training mit Eliteschwimmern steht.

(http://www.dsv.de/fileadmin/dsv/documents/schwimmen/170425_DSV_Rahmentrainingsplan_Kraft_2.pdf – Zugriff 24.01.2020)

Video: https://www.youtube.com/watch?v=U3QH6IJNAJM (Zugriff am 9.08.2016)

Mehr zum Thema:

  • FAQ Spitzensport-Symposium 2019 – Kräftiger, schneller, ausdauernder? Entwicklung der muskulären Leistung im Hochleistungstraining. (2019). Leipzig: IAT. Zugriff am 28.05.2019 unter https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/win/kraftsymposium_2019/FAQ/mobile/index.html – Zugriff 24.01.2020
  • Madsen et al. „Wege zum Topschwimmer“, Bd.1 (2015), Kandolf, 259-279; Bd. 2 Madsen & Wilke (2015),184-226; Bd.3 Witt (2014), 156-173, Rudolph 107-115
  • Salo & Riewald (2008). Complete Conditioning for Swimming. Human Kinetics

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