Krafttraining bei Kindern

25. Januar 2020 K 0

Krafttraining bei Kindern (strengh training with children), Da Krafttraining Rumpf und Gelenke stabilisiert, ist es bereits im Nachwuchstraining mit altersgerechten Übungen unerlässlich (65% der Kinder sind haltungsschwach). Im Hochleistungstraining ist es ein fester Bestandteil der athletischen Ausbildung; während es im Nachwuchstraining über Jahrzehnte umstritten war. Kraftfähigkeiten sind aber elementarer Bestandteil der Bewegungsleistung und haben somit „in jedem Lebensalter, in jedem Stadium entwicklungsgemäßer Funktionsreife und bei jedem Trainingszustand Gültigkeit“ (MARTIN u.a. 1999). Kinder verfügen über die notwendigen Anpassungsmechanismen mit erheblichen Freiheitsgraden, wobei besonders die Schnellkraftleistung gut ausprägbar ist. Relativ (prozentuale Kraftsteigerung) sind Kinder mindestens genauso trainierbar wie Erwachsene, wobei die Steigerung der Kraft in erster Linie auf neuromuskuläre Anpassung und weniger auf Hypertrophie zurückgeführt werden kann (Literatur bei Tonkonogi, 2008). Da für bestimmte Techniken die mechanische Belastbarkeit des Stütz- und Bewegungsapparates nicht ausreicht, sollte das funktionale Krafttraining im Nachwuchstraining dominieren (ebenda), primär durch intra- und intermuskuläre Koordination. Im Interesse eines systematischen langfristigen Leistungsaufbaus sollte mit spezifischer Kraft erst nach der Pubertät (→Anschlusstraining) begonnen werden. Allerdings ist eine ausreichende Kraft eine Voraussetzung dafür, dass das Kind die richtige Bewegungstechnik erlernt, zumal mangelnde Kraftfähigkeiten die Entwicklung des Bewegungsvermögens hemmen können. Ferner ist der verletzungsvorbeugende Effekt des Krafttrainings zu beachten. Kinder scheinen keine hohen Belastungen zu benötigen, um ihre Kraftleistung zu verbessern. Folglich sind mittlere Belastungen mit größerer Wiederholungszahl bei zwei Kraft-Trainingseinheiten pro Woche zu empfehlen. Schäden durch Krafttraining sind aus der Literatur kaum bekannt und wesentlich geringer als beim Fußballspiel (Tongonoki, 2008). →Krafttraining im langfristigen Trainingsaufbau

Exkurs: Nicht alles, was Kinder könnten, müssen sie im Sinne einer systematischen und langfristigen Entwicklung auch tun. Mein ehemaliger Trainer Otto Kutz, Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1936, unterstrich diese Worte mit folgendem Gleichnis: Zwei Gruppen wollen sich ein Lagerfeuer machen und verfügen über die gleiche Menge an Reisig und Holz. Die eine Gruppe legte schnell nach und hatte bald ein großes Feuer, an dem sie sich wärmte. Aber in kurzer Zeit waren die Brennvorräte aufgebraucht, das Feuer erloschen. Die andere Gruppe legte nur Stück für Stück nach. Das Feuer war kleiner, wärmte aber trotzdem und hielt lange nach.

Abb.: Krafttraining des Nachwuchsschwimmers (Nach Recht p.p.Vortrag A-Trainer-Ausbildung, 25.03.06)
Tab.: Orientierungswerte für Krafttraining im Nachwuchs (nach Faigenbaum et al. 2009)

„Es gibt kein zu frühes Krafttraining, nur ein falsch durchgeführtes“ Lukas Zahner, Dozent Uni-Basel

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