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Begriff

Koordination, intermuskuläre

Koordination, intermuskuläre (coordination, intermuscular), Zusammenwirken der verschiedenen an einer Bewegung beteiligten Muskeln, so im Rahmen von Muskelschlingen und dem Wirken von Agonist und Antagonist. Intermuskuläre Bewegungskoordination ist nicht auf anders strukturierte Bewegungen übertragbar, womit die Bedeutung bewegungsspezifischer Ausbildung unterstrichen wird.

Beispiel im Schwimmen: Von zwei Hochleistungsschwimmern wurde die Muskelaktivität mittels EMG bei vier verschiedenen Schwimmgeschwindigkeiten in der „Überwasserphase“ (Erholungsphase) von folgenden Muskeln untersucht: M. deltoideus pars medialis, M. pectoralis major, M. triceps brachii, M. teres major regio latero-scapilae. Ergebnis: Das Schwimmen mit maximaler Geschwindigkeit aktiviert den M. deltoideus zu Beginn und am Ende der Erholungsphase. Der M. triceps brachii ist am Ende der Erholungsphase aktiviert. Die anderen beiden Muskeln sind während der genannten Phase passiv (Spahl et al. 2001).

Exkurs: Henry & Smith (1961) stellten als Erste fest, dass an einem Hand-Dynamometer die Kraft der stärkeren Hand um 3 % geringer war, wenn mit beiden Händen gleichzeitig gedrückt wurde, gegenüber der getrennten Leistung. Für die schwächere Seite gab es keine Unterschiede. Dieses Phänomen des „bilateralen Defizits” wird seit über 50 Jahren inder Literatur diskutiert, da es in allen Leistungskategorien sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommt. Will man also wirklich Maximalkraft trainieren, stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, an den Extremitäten rechts und links getrennt zu trainieren, da hierbei wahrscheinlich größere Gewichte bewegt werden können (nach Krüger, Trainer-Digest, Leistungssport 1/2017, S.29). Wirth & Schmidtbleicher (2005) untersuchten die Auswirkung eines exzentrischen Krafttrainings mit supramaximalen Lasten auf Maximal-, Schnell-, und Explosivkraftverhalten. Es konnte kein Transfer des Anstiegs der exzentrischen Maximalkraft auf die beiden anderen Maximalkrafttest festgestellt werden, was dafür spricht, dass ein Großteil Anpassungen im Bereich der intermuskulären Koordination zu finden sind.

 

 

Video: https://www.youtube.com/watch?v=CLShzQZo7TI, Zugriff am 10.12.2019

Quellen

  • Henry, F. & Smith, L. (1961), Simultaneousvs. separate bilateral muscular contrac -tions in relation to neural overflow theoryand neuromotor specificity, Res. Quart.Exerc. Sport, 32(1), 42-47 Zur Quelle
  • Spahl, Bieder, Daniel & Hofmann (2001). Intermuscular co-ordination during recovery in freestyle (crawl) swimming. Book of abstracts of the 6th annual congress of the European College of Sport Science, 15th congress of the German Society of Sport Science. Cologne, 24-28 July 2001 Zur Quelle
  • Wirth & Schmidtbleicher (2005). Auswirkung eines exzentrischen Krafttrainings mit supramaximalen Lasten auf Maximal-, Schnell-, und Explosivkraftverhalten. BISp Jahrbuch 2004, 177-183 Zur Quelle

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Überarbeitet am 10. Dezember 2019Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2019). Koordination, intermuskuläre. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/koordination-intermuskulaere/ (abgerufen am 7. November 2026).