Koordination, intramuskuläre

12. Dezember 2019 K 0

Koordination, intramuskuläre (coordiantion, intramuscular), Zusammenwirken von motorischen Einheiten eines Muskels. Sie wird bestimmt durch die Fähigkeit, alle motorischen Einheiten einzubeziehen (→Rekrutierung), diese möglichst schnell mit höchster Entladungsfrequenz (→Frequenzierung) und gleichzeitig (Synchronisation) einzusetzen. So kann ein Sportler bis zu 90-95% der motorischen Einheiten eines Muskels aktivieren, gegenüber 70% des Untrainierten. Es kommt aber nicht nur darauf an, einen Aktionsmuskel effizient und effektiv mit elektrischen Nervenimpulsen zu versorgen, sondern für eine abgestimmte sportliche Handlung ist es im Sinne einer intermuskulären Koordination darüber hinaus ebenso wichtig, dass synergistisch eine ganze Muskelgruppe koordinativ aktiviert und gleichzeitig die Antagonistenaktivität mitkontrolliert wird (Gollhofer et al., 1996, S.54). → Hennemansches Prinzip

Sensomotorisches Training führte zu veränderten neuromuskulären Aktivierungspotenzialen und veränderten mechanischen Parametern. Damit konnte eindrucksvoll nachgewiesen werden, dass die Anpassungserscheinungen an das sensomotorische Training hochgradig übertragbar sind. Daher kann angenommen werden, dass die veränderten koordinativen Fähigkeiten auf gemeinsame grundlegende Prozesse auf der Ebene des sensomotorischen Systems zurückzuführen sind (Bruhns, 2003).

EMG-Parameter nicht nur durch die Rekrutierung und Frequenzierung beeinflussbar und können daher zwar ein gutes aber kein endgültiges Bild abgeben (Tanjour, 2009). Allerdings scheint die Momentanmedianfrequenz bewegungsrelevanter oberflächlicher Muskeln in zyklischen Sportarten ein geeignetes Mittel zur individuellen Bestimmung von „kritischen Leistungsgrenzen“ zu sein. So ist der Einsatz des Frequenzabfalls als Indikator für neuromuskuläre Ermüdung denkbar, um die höchstmögliche Leistung in einem definierten Zeitraum aufrecht zu erhalten (Witte et al. 2005).

 


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