Fähigkeit, koordinative

17. April 2017 F 0

Fähigkeit, koordinative (ability, co-ordinative), „Eine Klasse motorischer Fähigkeiten, die vorrangig durch die Prozesse der Bewegungsregulation bedingt sind und relativ verfestigte und generalisierte Verlaufsqualitäten dieser Prozesse darstellen. Sie sind Leistungsvoraussetzungen zur Bewältigung dominant koordinativer Anforderungen“ (Schnabel & Thieß, 1993, S.281).

Die koordinativen Fähigkeiten stehen in enger Wechselwirkung zu den Bewegungsfertigkeiten und werden nur in Einheit mit den konditionellen Fähigkeiten wirksam. Sie unterscheiden sich gegenüber den Bewegungsfertigkeiten durch den Grad ihrer Allgemeinheit, d.h. sie sind grundlegende Leistungsvoraussetzungen für eine ganze Reihe von Bewegungshandlungen (Meinel & Schnabel, 2007, S. 215).

Beispiel: Brustschwimmen setzt als weitestgehend automatisierte, konkrete Bewegungshandlung auch Kopplungsfähigkeit (Koordination von Arm- und Beinbewegung) voraus. Kopplungsfähigkeit wird aber auch in den anderen Schwimmarten und bei →Start und Wende benötigt.

Man unterscheidet folgende koordinative Fähigkeiten:

Differenzierungsfähigkeit,

Orientierungsfähigkeit,

Kopplungsfähigkeit,

Reaktionsfähigkeit,

Gleichgewichtsfähigkeit,

Umstellungsfähigkeit,

Rhythmisierungsfähigkeit.

Koordinative Fähigkeiten sind vor der Pubertät besonders gut trainierbar und sollten deshalb eine wesentliche Rolle im Grundlagen- und Aufbautraining spielen. →Gewandtheit, →psychomotorische Fähigkeit, →Bewegungskoordination

Inzwischen gibt es eine Reihe kritischer Ansätze zu dem Konzept von Meinel und Schnabel, ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel erscheint aber nicht in Sicht (Schnabel, 2008, S.144). Wir sollten als Praktiker- unbeirrt vom akademischen Geplänkel- besonders im Kindesalter ein vielseitiges und variationsreiches Training koordinativ bedingter Leistungsvoraussetzungen sichern. Denn gegenüber der bevorzugten Ausbildung konditioneller Fähigkeiten, findet die Entwicklung koordinativer Kompetenzen nur eine marginale Beachtung (Nieber & Heiduck, 2016).

 

Entwicklung der koordinativen Leistungsfähigkeit im Lebenslauf (in Anlehnung an Roth & Winter, 1994, S. 197)

 

 

 


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