Kältetherapie

06. Juni 2017 K 0

Kältetherapie (cryotherapie), Verfahren der physikalischen Medizin, indem kalte Stoffe (Wasser, Eis) durch ihre schmerzlindernde Wirkung und Einschränkung der Nervenleitgeschwindigkeit zur Heilung genutzt werden. Bekanntes Beispiel sind die KNEIPPschen Anwendungen. →Kältekammer

Sportler nutzen die Kältekur zur Leistungsverbesserung und Regeneration (Joch et al. 2002), ohne dass sie zu unerlaubten Mitteln greifen müssten. Neben der Kältekammer (→Ganzkörperkältetherapie) werden noch Kühlwesten, Kaltluft, kalte Duschen und Bäder in zerkleinerten Eiswürfeln eingesetzt. Noch gibt es kein Kälte-Doping!

Die verschiedenen Kältemediatoren (Kaltluft, Kälteweste, Kaltwasser) und Kühlvarianten (Precooling, Simultatcooling, Intercooling, Postcooling) beschreibt Ückert (Temperaturmanagement durch Kälteapplikation im Sport, Leistungssport 5/2012, 25-30), wobei sie besonders Hinweise zu den geeigneten Temperaturen gibt: https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp12_05_25_30.pdf.

Nachdem die Euphorie abgeklungen ist, häufen sich kritische Berichte. So deuten Ergebnisse einer Studie bei Radfahrern darauf hin, dass eine regelmäßige Ganzkörper-Kryotherapie (WBC) nach intensivem Intervalltraining (HIT) keine effektive Strategie ist, um trainingsinduzierte aerobe Anpassungen zu erhöhen, ebenso nach Krafttraining. Während eine so erfolgte Regeneration nach einer einzigen Trainingseinheit die Qualität und den Reiz des nachfolgenden Trainings verbessern kann, gibt es Berichte, die darauf hindeuten, dass Kaltwasser-Immersion langfristige Anpassungen des Trainings abschwächen kann (Broatch et al. 2018 und 2019).

 

Mehr zum Thema: http://www.gesundheits-lexikon.com/Therapie/Physiotherapie/Kaeltetherapie-.html und https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp14_05_20_26.pdf – Zugriff 4.11.2019

 


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