Kopfhaltung

02. Januar 2020 K 0

Kopfhaltung (head position), Nutzung der Steuerfunktion des Kopfes bei der Kopplung sportlicher Teilbewegungen (→Bewegungskopplung). Die Kopplung wird bei Drehungen um die Längsachse (→Körperachsen) durch die optische Orientierung, bei Drehungen um die Breitenachse durch tonische Halsreflexe bestimmt.  Die Steuerfunktion des Kopfes beeinflusst auch viele Teilelemente der Schwimmtechnik, wie z.B. die Einatmung beim Delfinschwimmen, die Einleitung der Rollwende und die gesamte Wasserlage. Eine Änderung der Kopfhaltung beeinflusst die Hydrodynamik und steht in direktem Zusammenhang mit der Reduzierung des Wasserwiderstandes (Popa et al. 2014).

Einfluss der Kopfhaltung auf die Wasserlage (aus Meinel & Schnabel, 2004, S.120)

 

Exkurs: Falsche Kopfhaltung ist ein typischer Fehler bei Anfängerschwimmen. Umso erstaunlicher ist, dass der bekannte amerikanische Coach und Schwimmsportjournalist Havriluk selbst bei der 5-fachen Olympiasiegerin Katie Ledecky noch Reserven durch die zu hohe Kopfhaltung sieht (Havriluk 2018). Zudem würde Symmetrie beim Kraulschwimmen eher durch Züge ohne Atmung und die dabei realisierte Kopfhaltung als durch Seitenwechsel der Atmung erreicht (Havriluk 2017). Havrilik widerlegt die landläufige Auffassung, beim Kraulschwimmen muss der Kopf abgetaucht werden, damit die Beine an der Oberfläche bleiben und der Widerstand minimiert wird. Dies mag auf Phasen ohne Atmung zutreffen, aber die Definition einer optimalen Kopfhaltung muss die Atmung mit einbeziehen (Havriluk 2014). Phelps verdankte seine exzellente Wasserlage in hohem Maße seiner kontrollierten Kopfhaltung (Colwin, 2003). Für Goldsmith (2015) zählt die Kopfhaltung zu den 7 Grundfertigkeiten im Schwimmen.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=u8IhPnU1MRI (Zugriff 02.01.2010)

 


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