Begriff: Leistungsmotivation

Leistungsmotivation

Leistungsmotivation (achievement motivation), Gesamtheit der Bestimmungsfaktoren leistungsmotivierenden Verhaltens mit dem Ziel, eine als wichtig bewertete Aufgabe erfolgreich zu beenden. Leistungsmotivation ist eine unabdingbare Voraussetzung leistungssportlichen Handelns, angetrieben durch die Hoffnung auf Erfolg bzw. die Furcht vor Misserfolg. Der das Geschehen bestimmende Gütemaßstab (s. → Leistungsmotiv) hat eine sachliche- (Gewinnen oder Verlieren), eine individuelle- (Vergleich mit persönlicher Bestleistung) und eine soziale Bezugsnorm (Vergleich mit anderen Sportlern), auf deren Grundlage das Ergebnis der Handlung bewertet wird.

Die Variablen Erfolgs- oder Misserfolgsorientiert werden als persönlichkeitsspezifische Dispositionen verstanden, die stark von bisherigen Erfahrungen beeinflusst sind. „Erfolgszuversichtliche Leistungsmotivation“ wird als wichtiges Prognosekriterium der Talenterkennung hervorgehoben (Gabler 2000). Das Leistungsmotiv tritt zumeist im Bund mit anderen Motiven, Interessen auf (Geltungsstreben, Erwerbsstreben usw.). Die sportspezifische Leistungsmotivation stellt einen über die Zeit stabilen Persönlichkeitsaspekt dar (Elbe, Beckmann & Szymanski, 2003). →Leistungsziel,Leistungsprinzip

Test: Der Achievement Motives Scale-Sport (Elbe &Wenhold, 2005; Elbe et al., 2005) ist ein Fragebogen, der die beiden Leistungsmotivkomponenten Hoffnung auf Erfolg (HE) und Furcht vor Misserfolg (FM) mit jeweils 15 Fragen für die Langversion und jeweils 5 Fragen für die Kurzversion erfasst. Beide Komponenten können bei einer Person gleichzeitig hoch bzw. niedrig ausgeprägt sein. Einen Hinweis über die Motivtendenz, d.h. ob eine Person eher erfolgszuversichtlich oder misserfolgsängstlich ist, liefert die Nettohoffnung (NH). Zudem kann das Gesamtleistungsmotiv (GLM) Hinweise zur Stärke des Leistungsmotivs geben (Wenhold, F., Elbe, A.-M. & Beckmann, J. (2008). AMS-Sport Langversion: Allgemeiner Fragebogen zum Leistungsmotiv im Sport. Abgerufen aus dem World Wide Web am 27.08.2016 unter www.bisp.de.)

„Es hat noch niemand etwas Ordentliches geleistet, der nicht etwas Außerordentliches leisten wollte“ Freifrau von  Ebner-Eschenbach (1830-1916) Österreichische Erzählerin

Mehr zum Thema: s. auch unter  →Leistungsmotiv

Romswinkel & Rapp (2024). Cool bleiben vor dem Start mithilfe von Sportpsychologie & Mentalem Training. DSTV-Reihe, Bd.49, 31-40

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  • Erstellt am: 10. August 2025
  • Überarbeitet am: 10. August 2025
  • Autor: Klaus Rudolph

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