Sensitivierung

19. Juli 2017 S 0

Sensitivierung (sensitization), lat. sentire „fühlen“; Lernprozess bei dem sich ein Reiz mehrfach als wichtig (schmerzhaft bis schädlich) erweist, worauf das Nervensystem künftig intensiver auf diesen (selbst unterschwelligen) Reiz reagiert. Bei einer Abnahme der Reaktionsstärke als gegenteiliger Prozess, spricht man von Habituation. Mit Hilfe der Sensitivierung lernen Tier wie Mensch seine Schutzreflexe in Vorbereitung auf Rückzug und Flucht zu schärfen.

Ein typisches Beispiel für Sensitivierung ist die Rückfälligkeit bei Drogensüchtigen, wo die Sensitivierung ein übermäßiges Verlangen nach dem Suchtstoff hervorruft. So kann beim Alkoholiker allein das Klirren von Eiswürfeln in einem Glas einen Rückfall auslösen (Bild der Wissenschaft v. 11.10.2001), Das Gegenteil ist die →Habituation. →Sensibilisierung

Exkurs: Ich habe immer wieder über meine Kollegen im Wasserspringen gestaunt, wenn sie sich über einen Sprung von einigen Zehntelsekunden gut 10 Minuten auslassen konnten. Das über Jahre sich wiederholende Analysieren von Sprüngen hat ihren Blick geschärft und damit ihre Wahrnehmung so sensibilisiert, dass sie Fehler auf Anhieb erkennen können.

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