Nervensystem

23. Juni 2017 N 0

Nervensystem (nervous system), einheitliches Netzwerk von Zentralnervensystem (ZNS) und peripheren Nerven. Das Nervensystem nimmt über Rezeptoren Reize auf, führt diese über afferente Nervenbahnen zum ZNS, wo sie verarbeitet werden. Über  efferente Nervenbahnen sendet das ZNS Impulse zur Peripherie. Hierbei unterscheidet man zwischen vegetativem und dem somatischen Nervensystem. Das vegetative Nervensystem ist nicht dem Willen unterworfen und steuert innere Organe, Herz, Blutgefäße, Verdauungssystem und glatte Muskulatur sowie Drüsenzellen. Das somatische Nervensystem leitet Erregungen zur Skelettmuskulatur und nimmt sie von den Sinnesrezeptoren entgegen (→Propriozeptoren). Damit spielt das Nervensystem eine ausschlaggebende Rolle bei der Regulation und Abstimmung der Körpermotorik. →Nervenbahn, →Nervenleitgeschwindigkeit, →Sensomotorik, →Sympathikus, →Parasympathikus, →Neuron, →Reflexbogen

Man weiß heute, dass in Abhängigkeit von Belastungsart, Dauer und Intensität sowohl zentral als auch peripher neurotrophe (auf Nerven wirkende) Faktoren ausgeschüttet werden, die u.a. die Neurogenese, z.B. in der für Gedächtnisleistung relevanten Hippocampusformation anregen. Darüber hinaus werden diesen Wachstumsfaktoren teilweise ein neuroprotektiver (die Nervenzellen schützender) Effekt, sowie ein Einfluss auf den Stoffwechsel von Neuronen zugesprochen.“ (Zimmer et al. 2005, S.42)

Exkurs:  Das Nervensystem empfängt Informationen aus den Sinnesorganen (Input), analysiert und interpretiert und integriert diese blitzschnell (Integration) und reagiert mit einer Handlung (Output). Ein Output kann eine motorische Bewegung, eine Muskelverhärtung, aber auch ein Gedanke oder Schmerz sein. Während sich die klassische Herangehensweise fast immer nur am Output orientiert, beschäftigt sich Neuroathletiktraining deutlich mehr mit dem Input und der Interpretation. Das Gehirn ist evolutionsbiologisch ein Organ, das unser Überleben sichert und dafür zu jeder Zeit Umgebung und Körper scannt. Erscheint eine Situation nicht sicher und kontrollierbar, dann ergreift das Gehirn Schutzmaßnahmen, die immer leistungsmindernd wirken. Schutzmaßnahmen können das Reduzieren der Kraft, Bewegungseinschränkungen, aber auch muskuläre Verspannungen oder Schmerzen sein. Es entstehen hierdurch immer Kompensationsmuster. Es ist also wichtig zu verstehen, dass die Qualität der Leistung von der Qualität der Informationen abhängig ist. Hier sind vor allem drei Informationsquellen gefragt: das visuelle System (Sehen), das vestibuläre System (Gleichgewicht) und das propriozeptive System (Eigenwahrnehmung von Bewegung). (Kramarczyk/Lienhard, Quelle s.u.).

„Nervenzusammenbrüche sind erblich – wir kriegen sie von unseren Kindern.“ Peter Silie (*1938), deutscher Gebrauchsphilosoph

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