Trotz

07. August 2017 T 0

Trotz (defiance), eigensinniges Verhalten als Zeichen von Widerstand gegenüber Anforderungen oder Anweisungen anderer. Die Trotzphase ist eine wichtige Phase für die Entwicklung der IchIdentität des Kindes. Die erste Trotzphase liegt zwischen 3. und 5. Lebensjahr, die zweite vom 12. bis 15. Lebensjahr; sie kann aber auch eher, muss aber nicht bei jedem Kind auftauchen. Durch die Trotzphase erfahren die Kinder ihre Möglichkeiten und Grenzen. Auf keinem Fall soll in dieser Situation die Auseinandersetzung gescheut werden. Wertschätzung, Respekt, emotionale Zuwendung und Achtung gepaart mit klaren Forderungen und Grenzsetzungen sind das beste Mittel (→Führungsstil, demokratischer). Das Wissen, dass Trotzphasen zur Entwicklung der Kinder gehören, führt zu einem gelasseneren Umgang mit Trotzverhalten (Vollmer, 2004). Lernt das Kind nicht, den Trotz zu bewältigen, können Trotzreaktionen auch im späteren Leben verstärkt auftreten. Der Trotzanfall ist „wie ein reinigendes Gewitter, auf das wieder Sonnenschein folgt“ (Metzger bei Rogge, 2005). Als Grundregeln bei Trotzanfällen empfiehlt Rogge (2005): nicht bestrafen, nach Möglichkeit zur gewohnten Tagesordnung übergehen, manchmal hilft eine Auszeit, Ursachen ermitteln und darauf eingehen, Überraschung und Humor.

 

„Der Trotz ist die einzige Stärke der Schwachen – und eine Schwäche mehr.“ (Arthur Schnitzler, 1862 – 1931)


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