Glutamin

21. Mai 2017 G 0

Glutamin (glutamin) nicht-essenzielle Aminosäure, die am Eiweiß– und Kohlehydratstoffwechsel der Muskelzelle und vor allem bei Zellen des Immunsystems beteiligt ist. Der Körper kann Glutamin in Leber, Niere, Gehirn und Lunge selbst bilden. Es hält die aufbauenden und abbauenden Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper im Gleichgewicht (Gumpert, s.u.).

Eine Substitution im Rahmen von „Sportlertrinks“ (5-20 g G./Tag) dürfte den bei intensivem Training und Langzeitbelastungen auftretenden Abfall des Glutaminspiegels (→Übertraining) im Blut verhindern, sollte aber Phasen höchster Trainingsbelastung vorbehalten bleiben, da die Langzeitwirkung noch nicht untersucht wurde (Schek, 2004). Eine Glutamin-Supplikation zeigte bei Langstreckenläufern nach einem achtwöchigen Ausdauertraining keine ergogene Wirkung auf die aerobe Leistung (Fontana et al. 2012), anders bei Fußballern (Ghanbarzadeh & Sedaghatpour, 2011). Ungeachtet der unterschiedlichen Ergebnisse wird Leistungssportlern eine Dosis von bis zu 40 g pro Tag empfohlen, wozu meist Nahrungsergänzungsmittel herangezogen werden müssen, da natürliche Lebensmittel nur sehr geringe Mengen L-Glutamin enthalten. Vorteilhafter scheint eine Kombination von Glutamin und Maltodextrin zwei Stunden vor dem Training als der Konsum von reinem Kohlenhydrat oder Glutamin. Trotzdem wird Glutamin als Wundermittel gepriesen, fragt sich nur in wessen Auftrag.

Exkurs: Eine Studie mit australischen Schwimmernzeigte, dass nach einer einzelnen hochintensiven Trainingseinheit die Plasmaglutaminkonzentration absank und  auf dem niedrigeren Niveau auch vier bis acht Stunden nach der Belastung blieb. D. h. zwischen hoch intensiven Trainingseinheiten müssen mindestens acht Stunden Pause liegen, damit sich Glutamin wieder erholen kann. Wird dieser Zeitraum nicht eingehalten, kann es zu einem weiteren Absinken von Glutamin kommen. Wichtig ist auch die Einbeziehung der täglichen Variationen beim Glutaminniveau, das sich im Tagesverlauf deutlich verändern und unerwartete Werte erreichen kann (Kargotich et al. 1996). Dementgegen stellten MacKinnon & Hooper (1996) fest, dass der Plasmaglutaminspiegel während Abschnitten intensivierten Trainings nicht zwangsläufig abnimmt..

Mehr zum Thema: https://www.dr-gumpert.de/html/glutamin.html – Zugriff 3.06.2019


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