Immunsystem

30. Mai 2017 I 0

Immunsystem (immune system) aus verschiedenen Organen, Geweben bzw. zirkulierenden Zellen bestehende Funktionseinheit zur Abwehr von Krankheitserregern. Hierzu zählen neben Zellen (wie z.B. Lymphozyten) auch kleine Proteinmoleküle (→Immunglobuline). Durch Stress, wozu auch Überbelastung/-training zu zählen ist, kann die Abwehrbereitschaft geschwächt werden (Immunsuppression). Wenn dem Organismus keine ausreichende Regenerationszeit zur Absenkung des Stresshormonspiegels zur Verfügung steht, kann das Immunsystem chronisch unterdrückt sein und das Risiko für Infektionen steigt. Das ist abermals ein Hinweis, wie wichtig die geplante Erholung im Trainingsprozess ist (→Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung). →Immunmodulatoren, →Immunschwäche, →Abhärtung

Angemessener Sport moduliert Immunfunktionen, während Übertraining sie vermindert. Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Immunsystem in direkter Abhängigkeit von der Reizstärke, Reizdauer und Reizintensität einer sportlichen Belastung reagiert (→Belastungskomponenten). Dabei ist zu beachten, dass unterschiedliche Sportarten selbst bei Belastungen mit maximaler Intensität zu unterschiedlichen Veränderungen im Immunsystem führen (Espersen et al. 1996). Um aus dem körperlichen Training den größten Nutzen für die Gesundheit zu ziehen, muss der für jeden Menschen unterschiedliche individuelle optimale Trainingsbereich ermittelt werden (Buhl & Weber, 2004). Körperlich aktive Menschen haben aufgrund einer besseren Immunität weniger Infektionen der oberen Luftwege als Menschen, die einen bewegungsarmen Lebensstil bevorzugen. Besonders Kindern und Jugendlichen wird deshalb geraten, möglichst mehr als eine Stunde pro Tag im Rahmen von Spiel, Sport, Berufs- oder Schulalltag unter Bewegungsfreude weckenden Rahmenbedingungen, möglichst in Naturverbundenheit, körperlich aktiv zu sein (Gabriel, 2005). Unseren „Retortensportschülern“ sei besonders die „Naturverbundenheit“ mit auf den Weg gegeben, einmal heraus aus dem üblichen Ablauf „Schule-Schwimm/Turnhalle-Mensa-Internat“. →open window Effekt

Exkurs: Für die Immuno-Neuropsychiatrie, die sich mit den vielfältigen Verflechtungen zwischen Gehirn, Immunsystem und Psyche beschäftigt, wird immer klarer, dass Immunmechanismen die normalen, gesunden Funktionen des Gehirns beeinflussen. Dabei ist das richtige Gleichgewicht wichtig für das seelische Wohlergehen. Darin sehen die Wissenschaftler neue Therapieansätze für die seelischen Leiden wie Depression, Autismus und Schizophrenie (Hakenbroch, V. (2019). Schwelbrand im Gehirn. DER SPIEGEL (26)22, 104-106).

Mehr zum Thema: http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Laborwerte/Immunsystem-1285.html– Zugriff 19.07.2019

 


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