Metrikindex

26. Juli 2020 M 0

Metrikindex (MI) (metrics index), Index nach Strömgren (1937) aus Körperhöhe, transversalen und sagittalen Brustkorbdurchmesser zur Beschreibung der leptomorphpyknomorphen Wuchstendenz nach Conrad (1963). Der Metrikindex eignet sich gut zum Nachweis der unterschiedlichen Ausprägung der Körpermaße bei differenten Körperbautypen (Fröhner & Wagner 2002) und ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern altersbezogen anwendbar (Kromeyer & Danker 1991). In einer Untersuchung des aktuellen Wachstums 0‑ bis 6‑jähriger deutscher Kinder stellten Hesse et al. (2016) fest, dass sich die Brustkorbmaße im Sinne eines säkularen Trends verändert haben was sich auf den Metrikindex niederschlägt (s. Formel).

Die Berliner Anorexie-Studie (Magersucht) konnte eine signifikante Verschiebung der nach dem Metrik-Index kategorisierten typologischen Häufigkeitsverteilung in Richtung leptomorpher Körperbauvarianten nachweisen (Neumärker et al. 2006). Wegen dieses Zusammenhangs haben Möhr & Milev (1967) den Metrikindex in die Ernährungsepidemiologie eingeführt.

Auch viele Schwimmer/innen haben wegen des tendenziell leptomorphen Körperbaus einen höheren MI als die gleichaltrige Normalpopulation.

Berechnung des MI:

männlich: = -0.3647 – (0.0401 ⋅ Körperhöhe) + (0.1253 ⋅ Brustkorbbreite) + (0.1540 ⋅ Brustkorbtiefe)
weiblich:  = -2.6539 – (0.0348 ⋅ Körperhöhe) + (0.1640 ⋅ Brustkorbbreite) + (0.1799 ⋅ Brustkorbtiefe)  (Greil, 1988)
Mädchen (12 J.) Jungen (13 J.)
Normalpopulation 1,0 1,0
Schwimmer/innen 1,1 ± 0,13 1,4 ± 0,16

Tab.: Vergleich des Metrikindex von Schwimmer/innen zu gleichaltrigen Schülern (Rudolph/Messungen bei JMK n =128/132)

Mehr zum Thema: http://www.kindergynaekologie.de/fachwissen/korasion/2007/sexuelle-reifungszeichen-als-marker-fuer-das-biologische-alter/  Zugriff 26.07.20


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