Sucht

24. September 2022 S 0

Sucht (addiction), Abhängigkeit von Substanzen (Alkohol, Nikotin und Drogen) und Verhaltensweisen über einen längeren Zeitraum. Kriterien einer Sucht sind ein überwältigendes Verlangen, die Tendenz nach Steigerung der Dosis, psychische und physische Abhängigkeit, die bei Unterbrechung zu Entzugserscheinungen führt und schädliche Folgen für den Süchtigen und die Gesellschaft haben (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). Eine Sucht ist sozialversicherungsrechtlich als Krankheit anerkannt. Die Losung des DSB „Keine Macht den Drogen“ ist zwar gut gemeint, aber das beabsichtigte Ergebnis in der Praxis nicht nachweisbar.

Aber auch Sport kann abhängig machen, „Sportsucht“ ist aber als offizielle medizinische Diagnose nicht anerkannt. Wahrscheinlich sind 1-3% der deutschen Sportler von der „Sportsucht“ betroffen (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde). Anzeichen sind Ignoranz von Verletzungen und Schmerzen Ausblenden von Erschöpfungssignalen, Training buchstäblich bis zum Umfallen. Der Sport dominiert das Leben. „Die Grenze ist überschritten, wenn das Verhalten die Person kontrolliert und nicht umgekehrt“ (Ziemainz, Uni Erlangen unter: http://www.apotheken-umschau.de/Sportsucht). Mediziner unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Sportsucht. Primäre Sportsucht ist typisch bei Leistungssportlern, die ihre Trainingsbelastung ständig weiter steigern, z.B. dann auch Verletzungen ignorieren. Verbreiteter ist die sekundäre Sportsucht im Breiten-/Gesundheitssport als Streben nach dem perfekten Körper, oft befeuert durch die Medien.

„Zuerst hat man Drogen wegen seiner Probleme, dann hat man Probleme wegen seiner Drogen“ Gerhardt Uhlenbruck (*1923), deutscher Immunologe


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