Training, polarisiertes

07. August 2017 T 0

Training, polarisiertes (polarized training), Intensitätsverteilung im Ausdauertraining mit stärkerer Hinwendung zu den intensiven Trainingsbereichen (BZ 5-7), die aber zugleich zur Kompensation einen höheren Anteil an aerobem Training fordert. Dadurch wandelt der über Jahre bevorzugte Fokus auf die mittleren (→Schwellen-) Bereiche auf die Extreme (Pole). Nach retrospektiven Untersuchungen bei Skiläufern entwickelten Seiler und Kjerland (2006) das Modell des polarisierten Trainings (s. Abb.) mit einem Verhältnis von 20% hochintensivem Intervalltraining (BZ 5-7) zu niedrig intensivem Ausdauertraining (BZ 1-3) bei 80% des Trainings. Die restlichen 10 % bleiben dem „Schwellentraining“ (BZ 4) vorbehalten. Damit wird entgegen dem oft anzutreffendem Hype um HIT die Balance zwischen aeroben und anaeroben Training wiederhergestellt, ganz im Sinne der Einheit von Belastung und Erholung.

Abb.: Modell polarisierten Trainings nach Seiler & Kjerland (2006) (VS= ventilatorische Schwelle, LS = Laktatschwelle, MLSS= Maximal Lactate Steady State)

 

Exkurs: Stöggl & Sperlich (2014) untersuchten den Einfluss von polarisiertem Training auf die Schlüsselkomponenten der Ausdauer (VO2max, maximale Herzfrequenz und Laktatschwelle, Zeit bis zur Ermüdung und Maximalleistung) im Vergleich zu den drei anderen Trainingsformen: extensives GA-Training (HVT), Training im Bereich der Schwelle (THR) und hochintensives Intervalltraining (HIT). Das polarisierte Training führte zu den größten Leistungssteigerungen bei gut trainierten Sportlern. THR und HVT zeigten keine signifikanten Verbesserungen in untersuchten Parametern. Es ist erstaunlich zu welchem Ergebnis die Autoren nach einer dreiwöchigen Trainingsphase, davon eine Woche Regeneration, kamen.    

 


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