Coaching

23. März 2017 C 0

Coaching (coaching) (engl. Kutscher), fachliche Beratung und Begleitung von Führungskräften. In der Wirtschaft ist der Coach vor allem Zuhörer und Gesprächspartner; der Trainer überwiegend Anleiter. Im Sport wird unter Coaching die Optimierung der psychologischen Leistungskomponenten der Athleten unter Berücksichtigung ihrer Persönlichkeit, ihrer Erfahrungen und der situativen Gegebenheiten verstanden (Handow, 2003). „Coaching bedeutet, einen Weg zu fahren, der für die Person geeignet ist“ (Vogelauer, 2002)

Im Leistungssport wird Coaching mehr auf die Betreuung im Wettkampf und nur auf bestimmte Sportarten beschränkt (Gabler, 2001). Die oft daraus resultierende Trennung von Training und Coachen (und damit von Trainer und Coach) resultiert aus einer einseitigen Darstellung der Tätigkeit des Trainers, die u.a. der unzureichenden Qualifikation vieler Trainer in der BRD (und anderen Ländern) geschuldet ist. Besonders im Schwimmen ist die nahtlose Betreuung des Athleten durch den Trainer bis zum Wettkampfhöhepunkt anzustreben, eine direkte Betreuung des Schwimmers während des Wettkampfes (coachen) ist nur begrenzt möglich. An ein erfolgreiches Coaching werden folgende Anforderungen gestellt:

  • Akzeptanz durch die Sportler,
  • Kenntnis der technischen und taktischen Eigenheiten der Sportler,
  • Einfühlungsvermögen und Beobachtungskompetenz,
  • langjährige Erfahrungen im und mit Wettkämpfen,
  • eingespielte Interaktionen und hohes Engagement (Gabler, 1999).  →Führungsstil

Exkurs: Letztlich sind das alles Eigenschaften und Fähigkeiten, die einen guten Trainer auszeichnen. Somit bleibt unklar, was in der Sportpraxis unter „Training“ und was unter „Coaching“ zu verstehen ist bzw. in welchen Situationen der Trainer zum Coach wird (Gabler, 1999). Also ein weiteres Zugeständnis an die Anglifizierung der deutschen Sprache oder an die Rattenfänger der Konsumgesellschaft? Oder überlassen wir den Begriff den Wirtschaftsberatern, wonach für den Trainer weniger das Individuum als eben das individuelle Verhalten bzw. die Trainingsinhalte“ des zu Trainierenden entscheidend sind (Christopher Rauen, zitiert nach coaching-report.de). Für uns im Sport wäre das eine Preisgabe der ganzheitlichen Erziehung. So ist denn auch Coaching in seiner Grundfunktion kein Training, sondern ein Beratungsprozess. Im klaren Unterschied zum Trainer müsste der Coach keine direkte Lösung kennen bzw. vermitteln, sondern es dem Klienten ermöglichen, seinen eigenen Weg zu finden (https://www.coaching-report.de/definition-coaching/modelltheoretischer-hintergrund/coaching-vs-training.html). Nichts anderes streben wir mit der Führungsrolle des Trainers im Hochleistungstraining an. Ist das die Metamorphose zum Coach oder gar zum „Lebenscoach“ (Welke 2018)? Ob Trainer oder Coach, Übungsleiter oder Fußballlehrer, streitet weiter und lasst den Trainer einfach arbeiten. →Betreuung, psychologische,

„Pures Coaching bringt nichts in den Menschen hinein, sondern holt alles aus den vorhandenen Ressourcen heraus.“ Karin Lohner, Executive Coach

 Mehr zum Thema:  Welke, Michael (2015). Der Sporttrainer als Business Coach. Leistungssport 6/15, 43-47 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp15_06_43_47.pdf) Zugriff am 23.12.2018

 


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