E-Learning

19. August 2018 E 0

E-Learning (engl. electronic learning = „elektronisch unterstütztes Lernen“ oder einfach „elektronisches Lernen“, Bezeichnung für Lernformen, bei denen elektronische oder digitale Medien für die Vorstellung (Präsentation) und Verteilung/Umsetzung (Distribution) von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation eingesetzt werden (Kerres, 2001).

Die Einführung von E-Learning in die Trainerausbildung erweist sich als schwierig und weist sehr unterschiedliche Fortschritte von Verband zu Verband auf (federführend im DOSB der Tischtennisverband). Die meisten Verbände verstehen darunter Inhaltsvermittlungen im Sinne der Präsentation und Distribution besonders der „Rahmenrichtlinien für Qualifizierung im Bereich des DOSB“ als Schritt vom „gebildet werden“ zum „sich selbst bilden“ (Reinmann, Lames & Kamper, 2010). Schmidt & Söhncken (2012) begründen die Vorteile des E-Learning für die Trainerausbildung mit der Zeitproblematik (Freistellung),  der Möglichkeit vertiefter Spezialisierung, die heterogene Gruppenstrukturen (vom Facharbeiter bis zum Akademiker, vom Nichtsportler bis zum Profi) und der unterschiedlichen (oftmals unzureichenden) Qualität der Ausbilder. Da die zu erarbeitenden Programme sowohl sportspezifisches Fachwissen als auch Softwareexperten voraussetzen, ist es uneffektiv, wenn jeder Verband vor sich hin wurstelt. Inhalte frei verfügbar ins Internet zu stellen (wie mit dem „swimlex“) ist nur ein erster Schritt. Wichtiger ist der Beitrag der Digitalisierung zur Entwicklung individueller persönlicher Lernszenarien. In diesem Sinne ist Digitalisierung keine Technisierung, sondern eine didaktische, curriculare und organisatorische Innovation. Der große Mehrwert liegt darin, Menschen in neuen Konstellationen („Learning Community“) zusammenzubringen, die ohne Digitalisierung nicht möglich wären, ein strategischer Vorteil von Gemeinschaften. (Prof. Ehlers zum DOSB-Fachforum Bildung, 4./5. Mai 2018 in Leipzig). Zudem bestärken zahlreiche Befunde aus der Gedächtnispsychologie, dass eine aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff effektivere Behaltensleistungen bewirkt. Folgerichtig sollte das Anliegen einer effektiven Lehre darauf abzielen, ein situiertes Lernen in annähernd authentischen Lernumgebungen zu ermöglichen und darin eine aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff einzubetten (Kibele, 2011)..

Exkurs: Vohle (2017) bündelt seine Erfahrungen bei der Einführung digitaler Bildung in unterschiedliche Sportorganisationen anhand von fünf „Essentials“:

  1. Neue Lehrorganisation mit integriertem Lernen (Blended Learning)
  2. Tiefe Lernprozesse mit Social Video Learning (Videodialog zwischen Lehrenden und Lernenden)
  3. Lernerfolgskontrolle in authentischen Kontexten
  4. „Entgrenzter“ Austausch in der Gemeinschaft (Communities)
  5. Lebenslanges Lernen mit E-Portfolio („elektronischer Sammelmappe“)

Der Autor begründet diese neue Form des Lernens „5.0“ mit dem systemischen Charakter durch „Social Video Learning“. „Auf der individuellen Ebene steht das eigene und teambasierte Lernverhalten im Zentrum, auf der organisationalen Ebene die Verfahren, wie die ganze Organisation mit Wissensprozessen umgeht. In beiden Fällen geht es darum, die Aufmerksamkeit nicht primär auf neues Wissen von außen, sondern auf die Qualität interner Verarbeitungsprozesse zu lenken. In diesem Sinne werden die fünf Essentials auch als Beitrag zur laufenden Diskussion um die „digitale Transformation“ von Sportorganisationen verstanden“.(S.30)

Mehr zum Thema: Schmidt & Söhngen (2012). Web-2.0-basiertes E-Learning in der Trainerausbildung. Leistungssport 3/2012, 24-29 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp12_03_24_29.pdf – Zugriff am 31.01.2019)

Video: https://www.youtube.com/watch?v=jbiOhbBd978 – Zugriff am 31.01.2019


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