Empfindung

12. April 2017 E 0

Empfindung (feeling; perception; sensation), In der Psychologie die unbewusste Reaktion auf äußere Reize und deren innere Verarbeitung als Emotion. Sie unterscheidet sich von der Wahrnehmung, die auf den Empfindungen aufbaut, diese aber bewusst verarbeitet. Merkmale der Empfindung sind Dauer und Intensität. Gemäß der einzelnen Sinnesfunktionen wird zwischen Hör-, Geruchs-, Geschmacks-, Gleichgewichts-, Organ-, Tast-, Temperatur- und Schmerzempfindungen unterschieden.

Erfahrene Leistungssportler haben ein ausgeprägtes Empfinden für Belastungsintensitäten. Deshalb ist die empfundene Anstrengungsrate (→BORG-Skala) oft ein ebenbürtiger Ersatz für „blutige (invasive) Eingriffe“ (→Belastungszonen). Bei französischen Schwimmern wurde als effektive Methode zur Erkennung von Trainingsstress mittels Fragebogen das Stimmungsprofil erfasst. Der damit ermittelte Gesamtermüdungswert fiel nach dem Tapering signifikant ab, der Trainingsumfang verringerte sich um 33,6 +/- 9,0%, wobei sich die Leistung um 1,8 +/- 0,8% verbesserte (Atlaoui, 2002). Die Reduzierung der Trainingsbelastung wurde als erholsam (angenehm) empfunden und in höhere sportliche Leistung transferiert.

Exkurs: In Hamburg versammelten sich anlässlich der Einweihung des neuen und bereits im Vorfeld hochgelobten Strömungskanals Erbauer (Ingenieure, Strömungsexperten), Sportfunktionäre und Kommunalpolitiker. Zwei unserer Schwimmer, ein Weltmeister über 1500m Freistil und ein Weltrekordler über 50m Schmetterling, waren zur Generalprobe angetreten. Ihr kurzer Kommentar: „Wildwasser“. Ihr Empfinden (Wassergefühl) beschrieb den Zustand besser als es die Ingenieure mit ihren Formeln vermochten. Der Kanal musste mit erheblichem Aufwand nachgebessert werden.

 

„Wer sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich, sondern auch kaum lebensfähig“ Albert Einstein (1879-1955) Physiker


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