Faszientraining

29. November 2018 F 0

Faszientraining (fascia training), Lösen der Verklebungen der kollagenbindegewebige Hülle der Skelettmuskeln („Muskelbinde“ oder Faszie). Verklebte Faszien können zu Verspannungen führen und infolge zu Verletzungen wie beispielsweise Zerrungen und Gelenkbeschwerden. Im Gegensatz zum normalen Dehnen des Muskels wird beim Faszientrainig das Bindegewebe intensiv bearbeitet. Dabei wird mit einer Faszienrolle (Foam-Rolling) oder einen Faszienball Druck auf das Gewebe ausgeübt, was die Durchblutung anregt und damit die Verklebungen löst. Aber: „Faszien und Muskeln bilden immer eine Einheit. Es gibt kein isoliertes Faszientraining wie uns so mancher Fitnesstrend weißmachen möchte. Grundsätzlich sind beim funktionellen Training, Dehnen, Foamrolling oder welche Maßnahme man auch immer einsetzen möchte, Faszien und Muskeln gemeinsam involviert. Eine isolierte Abgrenzung ist rein physiologisch nicht möglich, da Muskeln und Faszien fest miteinander verwachsen sind. Wagt man nun einen tieferen Blick von der Muskelfaser bis in die kleinsten Filamente, erkennt man, dass jede Muskelstruktur von Fasziengewebe überzogen ist.“ (Gärtner, D. 2017. Beweglichkeitstraining im Sport-Faszientraining: Quelle s.u.)

Exkurs: Wie bei allen Neuerungen waren die Erwartungen zunächst höher als die Praxis zeigte, besonders wenn man einen direkten Einfluss auf sportliche Leistungen erwartete. So konnte sowohl durch dynamisches Dehnen als auch durch Faszientraining (mit Faszienrolle) die vertikale Sprungleistung nur kurzfristig verbessert werden (Smith et al. 2018). Indirekt ist natürlich ein gesundes und gut funktionierende („reibungslos arbeitendes“) Muskelsystem eine Grundlage für hohe sportliche Leistungen. So können Schaumstoffrollen und Rollenmassage wirksame Maßnahmen zur Verbesserung des Gelenk-Bewegungsradius (ROMs) und der Leistung der Muskeln vor und nach der Übung sein (Cheatham et al. 2015).

Zum Diskurs „Dehnen vs. Faszientraining“: „Durch Foam-Rolling alleine passt sich die Muskulatur nicht an die erweiterte Dehnamplitude an. Das wäre das gleiche, als ob man einen Nudelteig ständig knetet und vergeblich wartet, dass daraus lange Nudeln entstehen. Das Kneten macht den Teig weich, aber um die Länge zu verändern muss man den Teig auseinanderziehen – sprich DEHNEN.“ (Gärtner, Quelle s.u.). Schade, mich erinnerte die Faszienrolle immer an das Nudelholz. Aber „das Faszientraining sollte vielmehr als kleine, aber wichtige Ergänzung für das Training angesehen werden. Sobald sich der Hype gelegt hat, wird es als allgemeines Verständnis der speziellen Trainingsform übrig bleiben.“ (Schleip, SPIEGELonline 23.11.2018).

„Das Wichtigste für den Erfolg einer Therapie ist eine gute Geschichte.“ Robert Schleip (*1954) deutscher Humanbiologe und Diplom-Psychologe

Übungen findet der interessierte Trainer in:

– Roßmann, M., Lowery, L. (2017). Faszie trifft Muskel. Funktionelles Training. Meyer & Meyer, Aachen

-Plegge, A., Clephas, C. (2018). Faszientraining für Ausdauersportler. Spomedis Hamburg

Mehr zum Thema: http://dr-daniel-gaertner.de/beweglichkeitstraining-im-sport-teil-3-faszientraining/-Zugriff 3.04.2019


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