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Begriff

Bindegewebe

Bindegewebe (connective tissue), Grundgewebe des Körpers in verschiedenster Ausprägung und Funktion, spezielle und für die sportliche Belastung wichtige Formen sind Knochen, Sehnen und Bänder als passiver Bewegungsapparat, der in allen Ausbildungsetappen aufgrund seines unterschiedlichen Reifezustandes (→Reifung) zu beachten ist. Die Empfindlichkeit des Bindegewebes verhält sich proportional zur Wachstumsgeschwindigkeit (Berthold & Thierbach, 1981). Deshalb ist die individuelle Belastbarkeit des passiven Bewegungsapparates die limitierende Größe im Nachwuchstraining. In letzter Zeit wird dem bindegewebigen Mantel um Muskeln und Organe (Faszien) mehr Augenmerk gewidmet, da diese gut trainiert die Leistungsfähigkeit verbessern, verklebt aber beeinträchtigen können (→Faszientraining). 

Bei Schwimmern sind häufig weiche Bindegewebseigenschaften festzustellen. Diese sind teilweise für die Schwimmtechnik (→Bewegungsfluss, →Geschmeidigkeit) vorteilhaft, erschweren aber die Muskelkräftigung. Deshalb sollte für „Bindegewebsschwächlinge“ höherer Aufwand an Land zur Kräftigung betrieben werden (Fröhner, 2002). Im Alter spielen Kollagen– und Verkalkungsprozesse wieder die entscheidende Rolle, hier besonders die Atrophie des Knochengewebes (Osteoporose), die bei Frauen früher einsetzt. Der Knochen wird spröder und damit brüchiger. Da der Masterschwimmer in „seinem Element“ diese Einschränkungen nicht so schnell verspürt, besteht die Gefahr, dass er Trainingsbelastungen an Land unterschätzt und so Verletzungen provoziert, während angepasste Haltungsgymnastik und Krafttraining an Land den altersbedingten Knochenabbau sogar verzögern kann. Die mit steigendem Alter eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule führte dazu, dass Masters wieder den orthodoxen Schmetterlingsstil bevorzugen. Durch die zunehmende Verknöcherung der Rippenknorpel kann sich der Brustkorb nicht mehr so dehnen, wodurch das Residualvolumen von 20% des 25jährigen auf 40% des 60jährigen wächst (Marees, 1992). →Funktionssyndrom

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Quellen

  • Berthold & Thierbach (1981). Zur Belastbarkeit des Halte- und Bewegungsapparates aus sportmedizinischer Sicht. Med. u. Sport 21,165-171 Zur Quelle
  • De Marees, H. (1992). Sportphysiologie. Köln: MEDA Manufacturing GmbH Alexander Schäfer Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • TrainingsbelastungGesamtheit der im Training auf den Sportler einwirkenden physischen und …
  • KnochenStabiler, passiver Teil des Bewegungsapparates aus Bindegewebe in seiner härtesten …
  • SehneAnatomie: Tendo; straffe bindegewebige Verbindung zwischen Muskel und Knochen.
  • BandVielseitig gebraucht von Textilie, Schnur, Beschlag (das Band) …
  • Bewegungsapparat, passiverPassiver Teil des B. in Form von Knochen.
  • AusbildungsetappeAllgemein Abschnitt einer Ausbildung …
  • ReifungWeg zur Reife; vorwiegend autonomer Prozess der somatischen und psychischen Entwicklung …
  • WachstumZunahme an Größe, Umfang, Menge oder Intensität …
  • DeadaptationAuch Detraining, lat. de „von-weg“+ adaptare, „anpassen, verändern“ …
  • DehnfähigkeitAnatomische Grundlage der Beweglichkeit …
  • DehnübungenÜbungen zur Vergrößerung der Bewegungsreichweite …
  • Fehlbeanspruchung/Fehlbelastung (faulty loadingfaulty loading), Fehlbelastungen können auf psychischer als …
Überarbeitet am 22. März 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Bindegewebe. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/bindegewebe/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).