Fehlbeanspruchung

18. April 2017 F 0

Fehlbeanspruchung/Fehlbelastung (faulty loadingfaulty loading), Fehlbelastungen können auf psychischer als auch auf physischer Ebene vorkommen. →Überbelastung

Physisch ist es zumeist ein „Missverhältnis zwischen der individuell möglichen Belastbarkeit des Binde- und Stützgewebes und der tatsächlich erfolgten Belastung durch Training und Wettkampf (Franke, 1986), die als Muskelschmerz, Sehnenansatzreizung oder Gelenkschmerz wahrgenommen werden. Die Funktionsbehinderung kann zumeist mittels physiotherapeutischer Maßnahmen behoben werden. Ursachen der Fehlbelastung sind Fehlformen des Bewegungsapparates, fehlerhafte Technik, vorgeschädigte oder operierte Gelenke (Engelhardt & Neumann, 1994). Bei einem Laufumfang von über 100 km/Woche nimmt in den mittleren Lebensjahren die Fehlbelastungen überproportional zu (Neumann, s.u.). Der Schwimmer hat den Vorteil, dass er im Wasser große Teile des Stütz- und Bewegungsapparates entlastet. Dafür werden aber Schulter– und Kniegelenk extrem beansprucht (Schwimmerschulter, –knie).

Wenn rund 60% unserer Kinder unter Haltungsschwächen leiden (Kid-Check, 1999), dann sind diese in der Regel Fehlbeanspruchungen geschuldet, z.B. das stundenlange Abhängen oder Sitzen vor dem Computer sind für die meisten Kinder problematischer und zutreffender als die o.g. Fehlbelastungen im Sport.

Bevor mit leistungssportlichem Training begonnen wird, ist ein Gesundheitscheck erforderlich, wobei der Stütz– und Bewegungsapparat (incl. Wirbelsäule) mit überprüft werden sollte, das betrifft insbesondere die Masters. Ferner ist im Training die Vor- und Nachbereitung (Erwärmung, Ausschwimmen) zu beachten.

Zur psychischen Fehlbeanspruchung kann es kommen, wenn die individuellen Voraussetzungen inadäquat beansprucht und die eigene Handlungsregulation beeinträchtigt bzw. durch Regulationsprobleme behindert wird (Zapf, 1999). Das können Diskrepanzen zwischen dem Trainingsprogramm und den Leistungsvoraussetzungen des Sportlers sein, bis zu Zeitdruck durch die Anforderungen von Schule/Studium und Sport. →duale Karriere

 

Mehr zum Thema: http://www.loges.de/prinzip-biologik/sportwissen/ueberbelastung-und-fehlbelastungsfolgen-im-sport/, Zugriff am 04.04.2019)


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