Fette

18. April 2017 F 0

Fette (fa; lipidt), organische Stoffe aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff, bestehend aus Glycerin und Triclyceriden.  Fette sind Hauptnahrungsmittel (→Ernährung) und größter Energiespeicher des menschlichen Organismus.

Der Fettanteil beträgt bei untrainierten, normalgewichtigen Männern 10-20% der Körpermasse, bei Frauen 20-35%. Bei Hochleistungssportlern ist er erheblich niedriger (5-10%). Im Vergleich zu anderen Sportarten weisen Schwimmer nahezu die geringsten Körperfettanteil-Werte auf (Whitten, 1998). Zu große Fettanteile wirken sich durch Übergewicht hemmend aus, wobei die Ursachen aber nicht allein bei den Fetten, sondern generell bei den aufgenommenen Kalorien liegen. So begünstigt z.B. ständiger Zuckeransturm im Blut dank erhöhter Insulinausschüttung Fetteinlagerungen. Mit der Horrorvision „Fette → Cholesterin →Verkalkung →Herzinfarkt“ wurde ein Fettanteil an der Nahrung (→Fettsäuren) von höchstens 30-35% angeraten, davon sollten höchstens 10 % „gesättigte Fettsäuren“ sein, wie sie vor allem in tierischen Fetten enthalten sind (Ernährungsrichtlinien der DGE). Dabei wurde die angeblich segensreiche Wirkung fettreduzierter Ernährung auf ansonsten gesunde Menschen bis heute in keiner einzigen wissenschaftlich sauberen Studie bewiesen (Meichsner, 2002). Das Fettgewebe sollte nicht nur als passiver Energiespeicher betrachtet werden. Nach neuesten Erkenntnissen scheinen Fette Regelkreise zu beeinflussen, die Körpergewicht, Energiehaushalt sowie Wachstums- und Fortpflanzungsprozesse steuern (Wackerhage/Leyk 2000). →Fettstoffwechsel

Nach einer umfangreichen Literaturstudie schlussfolgert Scheck (2018), „anstatt auf low-carb-Diäten und Nahrungsergänzungsmittel als (Vor-)Wettkampfstrategie zu setzen, sollte der Fokus auf eine vollwertige Ernährung, die den Energiebedarf deckt und ausreichend Kohlenhydrate und Fette hoher Qualität liefert, gerichtet werden. Umso mehr, da die meisten Ausdauersportler zu wenig Kohlenhydrate (inkl. Ballaststoffe) und zu wenige ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen. Oft genügt es, den Anteil an Junk Food zu Gunsten von mit hochwertigen Ölen zubereiteter pflanzlicher Nahrung zu reduzieren, um den Anteil an (komplexen) Kohlenhydraten zu erhöhen und den an gesättigten und trans-Fettsäuren zu verringern. Bei Zeit-Mengen-Problem kann zusätzlich auf Sportlernahrung (z.B. Riegel) zurückgegriffen werden. Im Ultra-Ausdauersport sieht die Lage anders aus“. So werden Fette werden als Energieträger im Langstreckenschwimmen) beansprucht. Außerdem spielt Fett auch wegen der Wärmeisolierung und des Auftriebs im Wasser im Schwimmen („Fett schwimmt oben“) eine wichtige Rolle.

„Fest steht rein ernährungsmedizinisch nur, dass der Verzehr von Äpfeln schädlich ist. Denn dass Adam den Apfel gegessen hat, brachte uns ums Paradies.“ (Prof. Berger, Ernährungsexperte in: http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1571963/Die-M%C3%A4r-vom-ungesunden-Fett/)

Mehr zum Thema: Schek, A. (2019). Fette im Ausdauersport. Fördern oder mindern sie die Leistung? Leistungssport (39)2, 37-42


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