Kommunikation

30. November 2019 K 0

Kommunikation (communication), lat. communicatioMitteilung“; Informationsaustausch durch Sprache (→Rhetorik) oder Gesten (→Gestik) als eine wesentliche Grundlage sozialer Beziehungen. Im gewissen Sinne ist jede soziale Situation durch Kommunikation geprägt, da selbst Schweigen eine bestimmte Haltung (Ablehnung) zum Ausdruck bringen kann: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick). Somit sind Inhaltsaspekt (sachliche Mitteilung) und Beziehungsaspekt (emotionale Einstellung) der Kommunikation zu unterscheiden. Der Erfolg einer Kommunikation wird durch die Wertschätzung des Kommunikationspartners und die Echtheit der Gefühle geprägt. Kommunikative Kompetenz hängt nicht nur von der Fähigkeit ab, die eigenen Interessen zu vertreten, sondern auch die des Kommunikationspartners zu kennen und zu berücksichtigen (Wörterbuch Psychologie 2004). Eine wichtige Voraussetzung erfolgreicher Kommunikation ist auch Zuhören – Können. Einer erfolgreichen Kommunikation schaden demotivierendes Verhalten, Probleme verlagern, Lösungen präsentieren, die der Sportler selbst finden kann, Sarkasmus und Abbruch (Durjak in Ochwat, 2002).

Der Trainer muss seine Ziele und Vorhaben dem Sportler verständlich machen. Dabei hat er sich unterschiedlichen Situationen anzupassen. So besteht ein Unterschied in der Einschätzung der Schwimmtechnik im Rahmen einer Leistungsdiagnostik oder unmittelbar nach dem Wettkampf. Es kommt also auch auf Bereitschaft und Vermögen des „Empfängers“ an, die Informationen zu verkraften (entschlüsseln). Voraussetzung dazu ist zunächst, dass man dieselbe Sprache spricht und den geistigen Horizont des „Empfängers“ berücksichtigt (z.B. keine komplizierten biomechanischen Begründungen im Grundlagentraining). Besonders wichtig ist im Schwimmen durch die „Barriere Schwimmbecken“ eine der Gruppe bekannte Zeichensprache bis zum internen Code beim Wettkampf.

Leitlinien für wirksame Kommunikation (Beckmann & Elbe, 2008, S.106):

  • Grundorientierung „Ich bin okay, du bist okay“
  • authentisch sein und Gefühle zeigen
  • alle vier Aspekte einer Nachricht (Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Appel an Empfänger, Aussage des Senders über Beziehung zum Empfänger) berücksichtigen
  • Nachfragen, ob alles verstanden wurde
  • dem Gegenüber Chance einräumen, zu fragen oder Anmerkungen zu machen
  • sich in die Position des anderen versetzen
  • sich klar ausdrücken
  • auf Übereinstimmung von Wort und Körpersprache achten.

 Exkurs: Die durch das Medium Wasser gestörte Kommunikation zwischen Trainer und Schwimmer erfordert technische Lösungen. So entwickelten Hagema et al. (2013) ein tragbares Datenverarbeitungssystem, das über eine sichtbare Lichtkommunikation verfügt. Ein am Handgelenk montierter Beschleunigungssensor mit einer Kommunikationsverbindung zu einem an der Brille befindlichen Empfänger ermöglicht es, dem Athleten visuelle Informationen zu geben. Sonifikation

Mehr zum Thema: http://www.klett-cotta.de/fm/44/KD_2014_02_Julia_Boie_Leistungssport.pdf  (zugriff am 30.11.2019)

 „Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.“  Karl Jaspers, (1883-1969) dt. Philosoph


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