Leistungsauffälligkeit

13. Juni 2017 L 0

Leistungsauffälligkeit (achievement remarkableness), durch überdurchschnittliche →Leistungen unter Gleichaltrigen Aufmerksamkeit erlangen. Leistungsauffälligkeit taugt als Talentkriterium nur unzureichend, da die Leistung im Kindesalter nicht 1 zu 1 (linear) auf das Erwachsenenalter übertragen werden kann.

Analysen der Leistungsentwicklung im Schwimmen (Rudolph, 2009) zeigen, dass viele der besten 12 und 13-Jährigen nicht in den A/B-Kader (→Leistungskader) des Dachverbandes gelangen. Andererseits kann aber auch nicht der Umkehrschluss gezogen werden, indem geringere Leistungen im Kindesalter eine bessere Grundlage für spätere Spitzenleistungen im Schwimmen wären. Die meisten erfolgreichen Schwimmer waren bereits als Kinder leistungsauffällig, allerdings zählten sie nicht unbedingt zu den Besten. Neben der spezifischen Veranlagung  und dem biologischen Alter entscheiden die trainingsmethodische Vorgehensweise (z.B. keine frühzeitige Spezialisierung) und die Fördermöglichkeiten (→Talentförderung) maßgeblich über die Endleistung im Jugend-/Erwachsenenalter. Indem verschiedentlich noch Fördergruppen allein nach Bestenlisten zusammengestellt werden, wird diesen Erkenntnissen nicht Rechnung getragen. →Eignung

 

Mehr zum Thema: Rudolph, K. (2011). Leistungsauffälligkeit ≠ Talent. Leistungssport 2/11, 40-46 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp11_02_40_46.pdf, Zugriff am 24.08.2016)


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