Leistungsangst

13. Juni 2017 L 0

Leistungsangst (Schulangst) (test anxiety), neben Existenzangst und sozialer Angst eine der drei Hauptgruppen der Angst.  Unter Leistungsangst werden Ängste verstanden, die das Selbstwertgefühl (→Selbstvertrauen) der Person bedrohen, indem diese befürchtet zu versagen oder geforderte →Leistungen nicht zu erbringen, z.B. die Vorgabezeit einer Serie, eine geplante Platzierung im Wettkampf. So ist Leistungsangst gleichzusetzen mit Furcht vor Misserfolg, hier wiederum mit einer sozialen Komponente („die anderen lachen mich aus“) oder der existenzbedrohenden Komponente („ich verliere die Sportförderung“). Problematisch ist besonders bei einer beabsichtigten sportlichen Karriere, wenn sich Leistungsangst zum überdauernden Persönlichkeitsmerkmal (→Ängstlichkeit) entwickelt.

Als situationsgebundene Angst wird sie durch drei Komponenten beschrieben (https://portal.hogrefe.com/dorsch/leistungsangst/):

  • durch gesteigerte Erregung des autonomen Nervensystems (Schwitzen, erhöhte Herz- und Atemfrequenz)
  • durch subjektive Wahrnehmung dieser körperlichen Erregung (Aufgeregtheit)
  • durch Besorgnis (um Folgen und soziale Auswirkungen).

Lösungsmöglichkeiten im Leistungssport (nach Beckmann & Elbe, 2008, S. 120):

  • Immunisierungstraining, indem im Training Drucksituationen (→Leistungsdruck) geschaffen werden (wobei es im Ermessen des Trainers liegt, Grenzbelastungen zu fordern, die (zumindest in Teilen) lösbar sind oder auch bewusst gelernt wird, Niederlagen zu ertragen.
  • Prognosetraining, indem konkrete Ziele gesetzt und in der Gruppe angekündigt werden. Ein hervorragendes Trainingsmittel dazu ist der Strömungskanal (→Prognoseschwimmen)
  • Einmaligkeitstraining, indem am Ende einer Serie eine harte (aber noch realisierbare) Zeit gefordert wird verbunden mit einer Belohnung, z.B. „wenn Du jetzt die 100m unter 1:00 min schwimmst, dann schenke ich Dir den Rest“.

Die beste Möglichkeit, Angst vor Wettkämpfen zu nehmen, sind Wettkämpfe selbst. Dazu sind durch den Trainer realistische Ziele (oder auch einmal keine Zeit- oder Platzziele) zu stellen und geschickt Wettkämpfe bzw. Strecken auszusuchen, die dem Anliegen entsprechen. →Zielstellung

 

„Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) dt. Theologe


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.