Lungenvolumen

20. März 2020 L 0

Lungenvolumen/-volumina (respirational volume), Luftmenge, die bei Ein- und Ausatmung gemessen wird (Spirogramm), wobei immer noch Restluft in der Lunge verbleibt (→Lungenfunktionsdiagnostik). Man unterscheidet entsprechend der verschiedenen Atemstellungen

  • das Volumen bei normaler Ein- und Ausatmung (Atemzugvolumen),
  • das nach einer normalen Einatmung noch zusätzlich eingeatmet werden kann (inspiratorisches Reservevolumen),
  • das nach einer normalen Ausatmung noch zusätzlich ausgeatmet werden kann (exspiratorisches Reservevolumen),
  • das auch bei tiefster Ausatmung noch in der Lunge verbleibt (Residualvolumen/→Residualluft),
  • das nach normaler Ausatmung noch in der Lunge enthalten ist (exspiratorisches Reservevolumen + Residualvolumen),
  • das sich nach maximaler Einatmung in der Lunge befindet (Totalkapazität = Vitalkapazität + Residualvolumen) und
  • das nach maximaler Einatmung maximal ausgeatmet werden kann (→Vitalkapazität) (De Marees, 1992).

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Größe der Lunge und der Leistungsfähigkeit, denn das Lungenvolumen wird niemals vollständig ausgeschöpft. Schwimmer nutzten ihre größere Vitalkapazität während der Übung unterschiedlich aus, indem sie ihr Beatmungsvolumen durch lange und tiefe Atemzüge erreichten (Rosser et al. 2019). Für die Leistungsfähigkeit zählt wie viel Sauerstoff transportiert und in der Zelle verarbeitet werden kann. →Atemmuskulatur

Exkurs: Die von Sporttauchern oft eingegangene freiwillige Apnoe, die sekundär zu einem hohen Lungenvolumen auftritt, wird häufig mit einer Verringerung des Herzzeitvolumens und des zerebralen Blutflusses, des Perfusionsdrucks und der Sauerstoffzufuhr in Verbindung gebracht. Stembridge et al. (2017) untersuchten die Rolle von lungenvolumeninduzierten Veränderungen des Herzzeitvolumens. Sie folgern, dass das Lungenvolumen zwar einen tiefgreifenden Einfluss auf die mathematische Formel bei längerem Anhalten der Atmung hat, dass sich diese Veränderungen jedoch nicht auf die Hirnblutgefäße übertragen, da der zerebrale Blutfluss empfindlicher auf arterielle Blutgase und den mittleren arteriellen Druck (MAP)   ist; dies sind regulatorische Mechanismen, die die Aufrechterhaltung der zerebralen Sauerstoffzufuhr erleichtern.

Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Lungenvolumen (Zugriff am 20.03.2020)


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