Startfieber

01. August 2017 St 0

Startfieber (pre-start anxiety), Variante des Vorstartzustandes, bei der durch Erwartungsangst ein Erregungszustand („Lampenfieber“) ausgelöst wird, der sich positiv, aber bei zu starker Erregung negativ auf die Wettkampfleistung auswirken kann (s. Tabelle). Je kürzer die Wettkampfdistanz (und damit die Chance Fehler zu korrigieren) ist, umso eher erliegen die Athleten dem Startfieber. Der Trainer sollte die stärkere Erregung vor Wettkämpfen nutzen und durch gezielte psychologische Beeinflussung in erhöhte Wettkampfbereitschaft überführen. Das kann je nach Erregungstyp vom „einfach in Ruhe lassen“ bis zur Abwechslung durch ein lockeres Gespräch gehen. Angebracht ist eine straff organisierte und auf den Schwimmer abgestimmte Prozedur vor dem Start (→Einschwimmen, Erwärmen bis zu psychoregulativen Verfahren, Musik), die ihn u.a. vor äußeren Einflüssen abschirmt (keine Zeit lässt „auf dumme Gedanken“ zu kommen). Erweist sich das Startfieber über längere Zeit als Hemmnis, dann helfen nur langfristige Erziehungsmaßnahmen wie Erziehung zur Selbstständigkeit, Bewusstwerden einer guten konditionellen Vorbereitung und realistische Zielsetzung. „Für jeden Sportler hat ein optimaler psycho-physischer Zustand für eine erfolgreiche Wettkampfgestaltung seine echten Wurzeln im langfristigen Leistungsaufbau und nicht in besonderen psychologischen Tricks“ (Kunath, 2001, S.104).  , →Nervosität, →Irradiation

Übrigens Startfieber ist nicht nur dem Sportler vorbehalten. Wir hatten auch schon Trainer bei wichtigen Wettkämpfen aus dem Dunstkreis ihres Sportlers entfernen müssen, da sich deren Nervosität wie ein Virus auf Sportler und Mannschaft überträgt.

Symptome von Startapathie und Startfieber (nach Puni, 1961)

 

 

 

 


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