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Begriff

Belastungsreiz

Belastungsreiz (load stimulus), „eine physikalische oder chemische Größe der inneren Umgebung oder äußeren Umwelt“ (WIKIPEDIA), die bei Überschreitung einer Intensitätsschwelle zu Veränderungen im Organismus (→Adaptation) führt.  Danach

  • bleiben unterschwellige Reize wirkungslos,
  • erhalten überschwellige geringe Reize das Trainingsniveau,
  • sind überschwellige mittlere bis starke Reize die optimale Reizintensität,
  • während überschwellige zu starke Reize das System schädigen (→Überlastung, →Übertraining).

Das Prinzip des wirksamen Belastungsreizes ist ein Grundprinzip des Trainings. Dieses Prinzip wird oft unterschätzt, wenn sich Sportler an Belastungen angepasst haben, wenn beispielsweise eine Standardserie über lange Zeit nach gleichen Vorgaben geschwommen wird. Damit wird die Stabilisierung zuungunsten der Entwicklung hinausgezogen. Umgekehrt besteht bei der Aufnahme von Neuzugängen in das Gruppentraining die Gefahr der Überforderung, weil sich der „Neuling“ keine Blöße geben will und der Trainer dessen Leistungsvoraussetzungen noch nicht richtig einschätzen kann. Da gleiche Belastungsvorgaben durch die individuelle Belastbarkeit unterschiedlich verkraftet werden (→Beanspruchung), setzt ein effektives Training die regelmäßige Information (→Feedback) durch den Sportler voraus.→subjektives Belastungsempfinden, →Belastungsmaß

Exkurs: Über Jahrzehnt wurde den Trainern die Trainingsanpassung mit dem Modell der Superkompensation nach Jakowlew begründet, das nach neuen Erkenntnissen über die molekularen Vorgänge bei Belastungsreizen nicht mehr ausreicht. Inzwischen geht man von einer hierarchischen Ordnung von Signalproteinen aus, die den Belastungsreiz über Stufen der gesteigerten Proteinsynthese verarbeiten und zu strukturellen Veränderungen führen. Dabei lösen Ausdauer und Krafttraining  unterschiedliche Signalkaskaden aus. Auf dieser Grundlage stellen Hottenrott & Neumann (2010) ein Vierstufenmodells der Anpassung vor, wonach konditionelle Fähigkeiten relativ stabil entwickelt werden können. →Anpassungsstufen

Verwandte Begriffe

  • ReizschwelleNotwendige Stärke eines Reizes, um eine Reaktion (Erregung) auszulösen.
  • Adaptation, biologischeLat. ‚adaptare‘, anpassen, verändern; Anpassung …
  • Übertraining„mittel bis länger andauender Leistungsabfall ohne organisch krankhaften Befund …
  • BelastungVielseitig verwendeter Begriff, der im Sport sowohl die Beanspruchung im Training …
  • StandardserieSerie von Produkten, z.B. Werkzeugteilen …
  • VorgabeAllgemein eine Richtlinie mit festgelegten Grenzen (Norm) …
  • StabilisierungLat. stabilis „feststehend, standhaft, dauerhaft“ …
  • GruppentrainingTraining in der Gruppe (Trainingsgruppe) als typische Organisationsform im …
  • BelastungsdichteWiederholungszahl einer Belastung (Satz/Serie) in der Zeiteinheit …
  • EignungstrainingTraining, das davon ausgeht …
  • ElektromyostimulationElektrosmyostimulation (EMS) (electro-myo-stimulation), griech. myos „Muskel“ …
  • HaltungsgefühlFähigkeit, Informationen über die Stellung von Körpergliedern …

Schlagwörter

Überarbeitet am 21. März 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Belastungsreiz. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/belastungsreiz/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).