Reizschwelle

05. Juli 2017 R 0

Reizschwelle (stimulus threshold), notwendige Stärke eines Reizes, um eine Reaktion (Erregung) auszulösen. Die Erkenntnisse gehen auf die Reizstufenregel von ROUX (1850-1924) zurück, wonach unterschwellige Reize wirkungslos bleiben, leicht überschwellige Reize das aktuelle Funktionsniveau erhalten, mittlere und starke Reize physiologische und anatomische Veränderungen auslösen und zu starke Reize die Funktion negativ beeinträchtigen (→Übertraining). Langsam kontrahierende Muskelfasern haben eine sehr niedrige Reizschwelle. Bei den schnell-kontrahierenden FT-Fasern ist sie wesentlich höher, ansteigend von den oxydativen- zu den glykolytischen FT-Fasern (→Muskelfaserschaltung).

Die Reizschwelle ändert sich durch Training ständig und ist der Gradmesser von normaler-,  Über- oder Unterbelastung. Für junge Erwachsene liegt die Reizschwelle zur Verbesserung der aeroben Leistungsfähigkeit bei 60-70% der maximalen Sauerstoffaufnahme, für die Kraftentwicklung bei 60-65% der maximalen Kontraktionskraft (Bar-Or, 2000). Andere Autoren gehen bei Leistungssportlern von einer Reizschwelle bis 85% aus. Wird die Reizschwelle deutlich überschritten, spricht man auch von Reizüberflutung. →Homöostase, →Steady State


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